Bencsik János: Paraszti és mezővárosi kultúra a XVIII-XX. században (Miskolc, 1993)

KULTUR UNTER DEN BAUERN UND IN DEN MARKTFLECKEN WÄHREND DES 18-20. JAHRHUNDERTS (Auszug)

feststellen, dass die Rumänen von Méhkerék die Haltung von Grossvieh in ihrer neuen, ungarischen Umgebung übernommen haben. Das echte Labkraut (Galium verum) Bei den orthodoxen Rumänen und Serben kommt dem echten Labkraut eine bedeu­tende Rolle zu. Aus den Blüten des Labkrautes verfertigen sie zum Ivanstag (24. Juni) unheilabwendende Kränze. Zur Mittsommerwende gibt es bei ihnen hier in der südlichen Tiefebene auch noch andere Bräuche, so zum Beispiel das Feuerzünden usw. Parallelen zu den hier genannten Bräuchen kommen auch in der ungarischen Folklore immer wieder vor. Zigeuneramulette Aus der Sammlung von Kamill Erdős sowie von anderen Informanten ist uns be­kannt, dass die Zigeunermütter ihre Neugeborenen vor bösen Geistern, vor dem Bösen und vor Unheil schützen. So binden sie dem Säugling beispielsweise als Schutz vor dem „bösen Blick" eine rote Schleife um den Hals oder um das Handgelenk. Unter diesen Gegenständen spielen die Amulette eine ganz hervorragende Rolle. Perlen, Schnecken­häuser, Muscheln oder Geldstücke wurden auf einen Faden aufgefädelt. Neben ihrer Funktion, Unheil abzuwehren, hatten sie oft auch die Aufgabe, dem Träger Glück zu bringen. Die bäuerliche Gesellschaft, traditionelle Wirtschaft und Lebensweise in der Gemeinschaft in Battonya während des 19-20. Jahrhunderts Battonya liegt im Süden der Ungarischen Tiefebene und stellt eine Siedlung mit recht gemischtem Ethnikum dar. Nach der Vertreibung der Türken wuchs die Bevölke­rungszahl hier langsam wieder an. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatte Battonya dann schon genug Einwohner, um in den Rang eines Marktflecken gehoben werden zu können. In einer ersten Besiedelungswelle kamen serbische Bauern in diese Gegend mit ihren sehr fruchtbaren Feldern, die zum Besitz der königlichen Kammer gehörten. Sie siedelten sich dort an, wo auch schon früher Menschen gelebt hatten. In der Zeit der Urbarialord­nung unter Maria Theresia (1774) war Battonya noch eine vorwiegend rumänisch-ser­bisch gemischte Siedlung. Ungarn siedelten sich erst von Beginn des 19. Jahrhunderts an hier an. Die Siedler aus den Komitaten Heves, Nógrád sowie anderen oberungarischen Gebieten Hessen sich der Reihe nach in den Siedlungen dieser Landschaft nieder, wo sie sich vor allem mit Tabakanbau befassten. Mitte des 19. Jahrhunderts kam eine grössere Gruppe Slowaken nach Battonya; doch von ihnen existiert heute keine Spur mehr. Wahr­scheinlich haben sie irgendwann wiesen Marktflecken wieder verlassen. Zu Beginn der achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts wurde Battonya das Recht eines Marktfleckens verliehen, was hiess, dass hier Märkte abgehalten werden durften. Dadurch kam dem Ort eine immer wichtigere Rolle zu und es wurden mehr Menschen angezogen. Zu Battonya zählte seinerzeit eine grosse Gemarkung, die ebenfalls während der achtziger Jahre aufgeteilt wurde. Einzelgehöfte hatte es aber auch schon vordem gegeben. Auf den kleinen und mittelgrossen Bauernhöfen richtete man sich vor allem auf die Viehhaltung ein. So waren hier neben Pferden und Rindern auch Schweine und in geringerem Masse auch Schafe anzutreffen. Im Ackerbau hatte sich schon seit Beginn des vergangenen Jahrhunderts die Dreifelderwirtschaft ausgebreitet. Tiere wurden auch im Weichbild der

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