Ujváry Zoltán: Gömöri népdalok és népballadák (A miskolci Herman Ottó Múzeum néprajzi kiadványai 8. Miskolc, 1965)
kov. Početné pamiatky (prvky) ľudovej tradície gemerských Maďarov a Slovákov veľmi pekne svedčia o interetnických stykoch, ktoré majú svoje korene v storočiach spoločnej historickej minulosti. Úzke kontakty v duši obidvoch národov najkrajšie a najvernejšie odzrkadľujú ich piesne a balady. Zoltán Ujváry VOLKSLIEDER UND VOLKSBALLADEN AUS GEMER In diesem Band veröffentliche ich eines der Ergebnisse meiner folkloristischen Untersuchungen über Gemer (ung. Gömör). Im historischen Ungarn gehörte Gemer zu den grössten Komitaten des Landes; heute liegt es fast ganz auf dem Gebiet der Tschechoslowakei. Die ungarische Bevölkerung lebt in dieser zauberhaft schönen Landschaft, wo sich Berge und Täler aneinanderreihen, im südlichen Teil, in SüdGemer. Am stärksten waren hier der Ackerbau und die Tierzucht verbreitet. Möglichkeiten für den Ackerbau boten sich hauptsächlich in den sich verbreiternden Gebieten der Flusstäler. In den hügeligeren und bergigeren Teilen stellten die Stallwirtschaft und die halbextensive Viehhaltung die Lebensquelle dar. An zahlreichen Orten spielten die verschiedenen Heimarbeiten, Handwerkszweige, Forstarbeiten und Fuhrunternehmen usw. eine wichtige Rolle. Die Hauptertragsquelle der meisten Dörfer bestand aber in der Herstellung von irdenem Geschirr, im Töpferhandwerk. Bis zum ersten Weltkrieg hin war die Migration nach der Grossen Ungarischen Tiefebene von bedeutendem Umfang. Lohnarbeit in der Landwirtschaft, der Verkauf verschiedenster Warenartikel (Töpferwaren, aus Holz gefertigte Geräte usw.) und der Einkauf von anderen Erzeugnissen brachte die Bewohner von Gemer immer wieder in die Gebiete des Tieflandes. Noch zwischen den beiden Weltkriegen kamen die Töpfer aus dem Turöc-Tal (aus Deresk und Levärt) mit ihren Waren nach Ungarn und im Laufe der Jahrzehnte gelangte eine grosse Menge an Tongeschirr aus Gemer in die Haushalte der Dörfer im Tiefland und in Nord- und Ostungarn. Auf dem Gebiete ethnographischer Forschungen über Gemer wurden bislang leider nur Anfangsschritte unternommen. Wenn man einen Blick in die Fachliteratur wirft, so stellt sich heraus, dass über das Ungarntum Gemers ausserordentlich wenig etnographische Mitteilungen erschienen sind. Auf verstreute Angaben trifft man natürlich immer wieder in verschiedenen Reisebeschreibungen, Zeitungen, Geschichtsmonographien usw. Einen guten Anfang stellte der zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts erschienene Artikel (1827) über eine Bauernhochzeit in Gemer dar; doch dann folgte sechzig bis siebzig Jahre lang kaum eine erwähnenswerte Beschreibung. Zum Ende des vergangenen Jahrhunderts hin erschienen zwar mehrere Mitteilungen zu den Mundarten und einige andere Angaben; doch diese sind von ethnographischem Standpunkt her zumeist unbedeutend. Wahrscheinlich hatten die beiden Weltkriege und die danach entstandene Situation keine allzu günstige Wirkung auf die Forscher. In der Mitte der dreissiger Jahre und zu Beginn der vierziger Jahre brach immer wieder mal ein Hoff133