Ujváry Zoltán: Gömöri népdalok és népballadák (A miskolci Herman Ottó Múzeum néprajzi kiadványai 8. Miskolc, 1965)

nungsschimmer auf dem Gebiet etnographischer Forschungen über Gemer durch, aber nach einigen Versuchen und Berichten kam es dann bis auf die jüngste Vergangenheit nie zu systematischen und umfassenden Untersuchungen. Das Forschungsprogramm der Gesellschaft für Heimatkunde in Gemer (Gemerská Vlastivedná Spolocnost) lässt einen Neubeginn ahnen, von dem wir getrost konkrete Ergebnisse sowohl für die Un­tersuchung ungarischer Volkstraditionen in Gemer als auch für die Untersuchung der slowakisch-ungarischen interethnischen Verbindungen erhoffen dürfen. Vor 25 Jahren nahm ich die Untersuchung von Volkstraditionen auf. Hiermit be­schäftigte ich mich zuerst in meinem Heimatdorf, in Hét, einer kleinen Gemeinde in Gemer, die an der Sajó liegt. Seitdem habe ich zahlreiche Orte im Karpaten-Becken besucht und habe mich unter Slowaken, Rumänen und Ungarn innerhalb und ausser­halb unserer Landesgrenzen aufgehalten. Ich habe Lieder, Sagen und Bräuche gesam­melt, und auf mehr als 20 000 m Tonband bewahre ich die Traditionen der Bukowinaer Szekler, der Ungarn aus der Tiefebene, der Paloczen aus Gemer, der Slowaken aus dem Zemplén, der Rumänen aus Bihar und der Gemeinschaften aus anderen Gebieten. Als vor 10 Jahren eine kleinere Arbeit von mir über den Liederschatz einer der am Unterlauf der Donau sesshaften Szekler —Gemeinschaften erschien, dachte ich anfangs daran, eine Sammlung von Liedern und Balladen der Gemerer anzulegen, die im nörd­lichen Ausläufer des ungarischen Sprachgebiets wohnaft sind. Die Sammlung der Ge­merer Volksdichtung als der die Volksbräuche erforschende Folklorist hatte ihre Wur­zeln in erster Linie in Emotionen für das Vaterland. Doch gleichzeitig inspirierten mich auch meine Vorlesungen an der Universität zu einer Zusammenfassung meiner Gedan­ken über die Volkslieder, über das Leben der Lieder, über die Vortragenden, die Ge­meinschaften, über das Überliefern, über Schaffens- und Folklorisationsprozesse usw. In der Sammlung bemühte ich mich vor allem darum, möglichst einen Querschnitt des Volksliederschatzes zu liefern, der die gegenwärtig noch lebendigen Volkstraditionen am besten charakterisiert. Auf dem Gebiet einer derart grossen Landschaft wie Gemer, wo das Liedermaterial von mehr als 150 ungarischen Dörfern erfasst werden musste, konnte ich natürlich keine gleichmässig tiefgreifende Untersuchung betreiben. Ein Grund hierfür liegt auch darin, dass das Sammeln und Beobachten ausserhalb der Landesgrenzen schon in sich selbst eine Schwierigkeit darstellt. Das hier veröffentlichte Material wird durch das Tonband-Archiv ergänzt, welches für weitere Untersuchungen zur Verfügung steht. Meine Untersuchungen in Gemer konnte ich auf offiziellen Studienreisen in die Tschechoslowakei durchführen, die mir von der Akademie der Wissenschaften in Ungarn und vom Ungarischen Ministerium für Unterrichtswesen gewährt wurden. Ich möchte an dieser Stelle auch nochmals für die Unterstützung danken, die mir das Eth­nographische Institut der Slowakischen Akademie der Wissenschaften (SAV, NU) und die Gemerská Vlastivedná Spoloönost (GVS) während meiner Reisen leisteten. Bevor ich die Volksliedtration von Gemer vorstelle, befasse ich mich im einführenden ersten Teil der Arbeit mit Fragen des Volksliedes und der Forschung in der Volksdich­tung. Ich gebe einen Überblick über den Stand der Volksliedsammlung der ungarischen Minderheit in der Tschechoslowakei und in Rumänien in der Periode seit dem zweiten 134

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