A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 39. (2000)

HOFFMANN Tamás: A parasztház: a legrégibb és a legjobb (?)

zu sehen waren. Ursache dafür war v.a. der Mangel an Baumaterialien. Man war fast überall bestrebt, zum Wohnen von Menschen und Tieren, bzw. zur Lagerung von Produkten voneinander abgetrennten Gebäuden zu errichten. Die Sparsamkeit mit den Baumaterialien war vielleicht nicht mal so ein wichtiges Prinzip, man wurde eher von der Anspruchslosigkeit motiviert, da geschickte Bastler am Bauen waren, die die Arbeitskräfte der Familie, der Verwandtschaft und der Nachbarn zusammenhielten. Das beim Bau von alten Bauernhäusern angewendete Wissen überstieg nicht das technologische Niveau des Basteins. In Nordwesteuropa und in manchen Teilen Mitteleuropas, wo es viel regnet, baute man auf verschiedene Art und Weise das Haus des Menschen und den Stall der Tiere zusammen. Das Prinzip „alles unter einem Dach" kam auch im mittelalterlichen Städtebau zur Geltung, da die Bauplätze klein waren und man sparsam mit den Baumaterialien umging. In diesem Milieu trat mit den Maurern und den Zimmermännern die Bauindustrie auf die Bühne und gestaltete die traditionelle Architektur um. Diese Baukultur ist seit Ende des Mittelalters durch professionelle Handwerker aufs Land vermittelt worden. Davor waren alle Gebäuden nur erdgeschossig. In Osteuropa sind die Häuser ­wegen des niedrigen Niveaus der Urbanisation - auch erdgeschossig geblieben. Doch bereits in der Prähistorie kann man beobachten, daß sich die wohlhabenderen Familien mehrgeschossige Türme bauen ließen, da sie sich, wenn sie in ein Stockhaus zogen, erfolgreich gegen jene verteidigen konnten, die nach ihrem Leben und Hab und Gut trachteten. Der Wohnturm ist in den Ruinen von Catal Hüyük und Jericho erkennbar. Das Stockhaus gehörte den Reichen vom Lande und wurde später die Sehenswürdigkeit der Städte. Die Mächtigen des Mittelalters bauten sowohl auf dem Lande als auch in den Städten Wohntürme. Die Hochhäuser sind aus Stein oder Ziegel gebaut worden, doch zimmerte man im Altertum und im Mittelalter westlich der Elbe viele Stockhäuser aus Balken zusammen. In diesen Häusern wohnten vornehme Leute und die Armen (zuerst im Süden, dann im Mittelater auch nördlich der Alpen) verzogen sich in die Städte. Mehrstöckige Wohnhäuser sind im Süden zuerst im Mittelalter nach Ansprüchen der Bauern, in West- und Mitteleuropa erst nach dem Mittelalter gebaut worden. Die von Handwerkern gebauten Häuser waren solide Investitionen, sie bedienten mehrere Generationen. Sie waren größtenteils aus Stein oder aus Ziegeln gebaut worden. Solche Häuser wollte Jan Kops (1765-1849) - zusammen mit ihren Einrichtungen - in den Niederlanden dokumentieren, als er die Sammlung Kabinet van Landhaws zustandebrachte. Die Gründer der Freilichtmuseen Nordeuropas sind um die Jahrhundertwende auch von der Sehnsucht getrieben worden, - der Vergangenheit ein Denkmal stellend - für die Gegenwart und die Zukunft ein Muster des Bauens, der Einrichtung und der Umweltkultur des Alltages zu schaffen oder hinüberzuretten. Dieses Bestreben durchdringt seit mehr als einem Jahrhundert die Gründer der Freilichtmuseen. Auch im Laufe der Bauarbeiten von Baudenkmälern ist es festzustellen, daß die Fachmänner - in die Greifzange der Veränderungen der Vergangenheit und der Gegenwart geraten - eine ästhetische und historische Lehre präsentieren wollen, indem sie ein herausgeputztes Stück der Vergangenheit aufweisen. Die Kulturhistoriker erreichten v.a. durch die Stadtrekonstruktionen ihre Erfolge, als nach den Verwüstungen des II. Weltkrieges die unumstritten authentischen Dokumente der Architektur- und Privatgeschichte in den Städten ans Licht kamen. Die Forscher der Vergangenheit erlebten die Bauarbeiten als nie empfundene Herausforderung. Sie sind zu der Einsicht gelangt, daß die traditionelle Umweltkultur 429

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