A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 35-36. (1997)

GYULAI Éva: Négyesi Szepessy János (†1746) és Zsigmond (†1768) halotti zászlaja a Herman Ottó Múzeum Történeti Gyűjteményében

DIE TOTENFAHNEN VON JÁNOS (t 1746), UND ZSIGMOND NÉGYESI SZEPESSY (tl768) IN DER GESCHICHTLICHEN SAMMLUNG DES HERMAN-OTTÓ MUSEUMS In die Textilsammlung des Museums gelangten 1924 und etwas später zwei Begräbnisfahnen aus der Miskolcer reformierten Avas-Kirche. Beide Kunstgegenstände waren damals Eigentum der Adelsfamilie Szepessy, die eine wichtige Rolle in der neuzeitlichen Geschichte der Landstadt Miskolc und des Komitates Borsod spielte. Die Familie kam im 16. Jahrhundert ins Komitat Borsod, eines ihrer Mitglieder, Mátyás Szepessy (1*1648), ließ sich in Miskolc nieder. Sein Sohn, Pál Szepessy (fl678), war eine in der Politik Ungarns ebenfalls bekannte Persönlichkeit, er nahm auch an der Wesselényi-Verschwörung teil, war Anhänger des Fürsten Imre Thököly und mehrmals als Gesandter in Konstantinopel unterwegs. Deshalb mußte er sich eine Zeitlang versteckt halten, der Hof in Wien dagegen konfiszierte seine Güter, unter diesen auch seinen Besitz in Diósgyőr und Miskolc. Der Sohn Pál Szepessy's János, war in der Zeit des Rákóczi-Befreiungskampfes zum Landes-Postmeister ernannt, 1706 jedoch von diesem Posten entfernt worden. Bis zu seinem Tode war er ein bekannter adliger Grundbesitzer des Burgkomitates Borsod. Zsigmond Szepessy, Urenkel des bereits erwähnten Mátyás Szepessy, so daß er aus einem anderen Zweig der Familie stammte. Er nahm in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts eine militärische Karriere und diente in der 1715 neuorganisierten kaiserlich-königlichen Armee in einem ungarischen Infanterie-(Hajdú) Regiment als Kapitän. Er und seine Geschwister haben ihren Namen auch in die Geschichte der Miskolcer reformierten Kirche eingetragen, als sie aufeinanderfolgend die Ober­kuratoren der Miskolcer Kirche waren. Auch János Szepessy gehörte zu denen, die die reformierte Kirche unterstützten, in der Miskolcer Avas-Kirche werden auch heute noch die Klenodien aufbewahrt, die er spendete. Auf seinem Besitz in Sály hat er für die reformierten Gläubigen eine Kirche errichten lassen. Die Avas-Kirche wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zum Begräbnisplatz der Miskolcer Adligen. Das Prestige der Familie und die der Kirche gewährte Unterstützung ergaben die Berechtigung zum Begräbnis in der Kirche. So erhielten auch die Szepessy's im 18. Jahrhundert das Recht zu ihrem Begräbnisplatz. Diese Gräber wurden vom damaligen Altertumsforscher des Museums aufgeschlossen, die Funde im Grab - unter anderem der Seidenbrokat-Dolman János Szepessy's ­wurden für die Sammlung des Museums restauriert. Außer den Grabstätten in der Kirche wurden die herausragenden Persönlichkeiten der Familie auch durch die Begräbnisfahne repräsentiert, die nach der Trauerzeremonie in der Kirche angebracht worden ist. Der Grabstein von János Szepessy ist auch erhaltengeblieben. Auf die Totenfahnen, von denen die eine 1996 restauriert worden ist, werden auf die eine Seite die Angaben des Verstorbenen (das sogenannte Epitaphium), auf die andere Seite das Familienwappen aufgetragen. Der Ursprung der Totenfahne geht auf die Begräbnisse von Rittern und Kriegern des Mittelalters und der Frühneuzeit zurück. Zu Anfang verkörperten im Begräbniszug zwei Fahnen das Alterego des Toten, eine schwarze, die ins Grab gelegt und ein geschmücktes Kriegsbanner, das in der 222

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