A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 32. Kunt Ernő emlékére. (1994)

TANULMÁNYOK - HOFFMANN Tamás: A szántóföld művelése Európában

DAS ACKERLAND UND SEINE BEARBEITUNG IN EUROPA Während der zwei Jahrhunderte vor der Industrierevolution haben sich die Pflüge technologisch zwar kaum geändert, doch es wurden an ihnen umso mehr klei­nere und grössere Veränderungen vorgenommen. Die Ebenbilder eben dieser Exemplare häufen sich in den Museumssammlungen, und ihre Abbildungen trifft man immer wieder wieder in den Studien über die „Pflugforschung" an, deren Pub­likationen nunmehr ganze Bibliotheken füllen. Das problem besteht letztendlich da­rin, dass die hier genannten Erfindungen keinen deutlichen Einfluss auf die Tech­nologie des Pflügens nahmen, sordern auch nicht auf dessen Leistungen. Dies liegt ganz offensichtlich daran, dass die Ausbreitung von Ackerland im grössten Teil Europas (im Westen und im Osten, ebenfalls auch in Mitteleuropa) bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts nahezu schon die Ausmasse angenommen hatte wie vor Beginn der modernen Zeit, das heisst, in den meisten Teilen (in Deutschland, England, Frankreich, Italien usw.) nahm das Ackerland tatsächlich einen grösseren Raum ein als später in den modernen Zeiten. In Osteuropa und Skandinavien hingegen began­nen die Kulturlandschaften, zu eben jener Zeit anzuwachsen, wohinter die Energien des demographischen Druckes dergestalt wirkten, dass die Migration der russischen Muschiks bis ins innere Sieberien vordrang. Durch die technologischen Erfahrungen aus früheren Epochen (diese habe ich in früheren Kapiteln der Studie versucht zu umriessen) veränderten sich die Ernäh­rungsbräuche für die Einwohner der am weitesten fortgeschrittenen Teile Europas: sie wurden zu Zerealienverzehrern. Weitere Leistungen der „Getreideepoche" wur­den nunmehr nicht durch die Bodenbearbeitung bestimmt, sondern durch die Ergeb­nisse, die man auf dem Gebiet der Nährstoffzufuhr für den Boden und der Verede­lung von Kulturpflanzen erreictht hatte und mit denen man die Erträge um ein Be­deutendes angehoben hatte. Dies alles in Betracht ziehend und ausschöpfend, sehe ich das im Titel benannte Thema, zumindest, was den eigentlichen Sinn der Sache angeht. Ein paar Worte müssen jedoch auch noch dazu gesagt werden, dass nämlich dieser umfangreiche literarische Nachlass (der sich in Zukunft wahrscheinlich auch noch vergrössern wird) mehr oder weniger zwangsweise in der Vergangenheit der Wissenschaft entstanden ist. Wie bekannt, berichten diese Schriften von Überresten einstiger Technologien und Gerätesammlungen, von jenen Versuchen, zu denen man gelangt war, als die Erfolgskurve schon längst ihren Zenit überstiegen hatte. Ganz zu schweigen davon, dass die Informationen selbst dann noch fragmenthaft blieben, denn sie haben für die Nachwelt nur die Erinnerungen von mehr oder weniger gros­sen Veränderungen bewahrt. Dass es die vergangenheitshungrigen Forscher nahezu all ihre Energie gekostet hat, die Zustände der vergangenen zwei Jahrhunderte zu beschreiben, das steht natürlich auf einem anderen Blatt. Und dies war nur noch der Epilog! Geht es uns nicht stets so, wenn wir über Probleme der Vergangenheit urteilen? Je tiefer wir in die Gefilde der Geschichte eindringen, auf umso weniger heil gebliebene einstige Gebilde stossen wir, auf umso weniger Werte, die das Umfeld ihrer Entstehung und ihrer Verwendung vollkommen und glaubhaft darstellen. Dem­gegenüber stehen uns reichlich Informationen zur Verfügung, die sich auf eine fast schon untergehende Zeit beziehen. Doch wie die Dinge liegen, ist allerlei aus eben dieser Zeit erhalten geblieben, als man den Wandel der Dinge noch ohne jede Al­ternative bestimmt hat. Wer die Geschichte des Alltagslebens erforscht, findet sich Tag für Tag mit dem hier Gesagten konfrontiert, obwohl derjenige, der sich diesen Wissenschaftszweig zur Aufgabe gemacht hat, auch die an Informationen armen 236

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