A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 32. Kunt Ernő emlékére. (1994)

TANULMÁNYOK - HOFFMANN Tamás: A szántóföld művelése Európában

tentative bestimmt hat. Wer die Geschichte des Alltagslebens erforscht, findet sich Tag für Tag mit dem hier Gesagten konfrontiert, obwohl derjenige, der sich diesen Wissenschaftszweig zur Aufgabe gemacht hat, auch die an Informationen armen Verläufe aufzeigt. Hierin liegt natürlich ein Widerspruch, doch wozu wäre die Wis­senschaft da, wenn nicht dazu, diesen Widerspruch zu lösen! Zusammenfassend sei gesagt: Für mich ist es klar, dass das Ergebnis prähisto­rischer Anfänge, diese Epoche machende Erfindung, der Pflug und die Pflugtechno­logie über mehrere Zeitalter hinweg die europäische Kultur gestaltet haben. In der ersten Epoche hat sich diese aus dem Nahe Osten stammenden Erfin­dung verbreitet. Sie eroberte das Mittelmeerbecken, drang in die Gebiete von Nord­europa sowie gleichfalls auch Mitteleuropa vor. Überall hatte sie sich den unter­schiedlichen Gegebenheiten des Bodens anzupassen. Wo der Feuchtigkeitsgehalt des Bodens niedriger war, und wo man von vornherein noch grasbewachsenen Boden umpflügen wollte, wurde der sogenannte „Sohlenpflug" eingesetzt. Der sogenannte „Furchenstockpflug" wurde zur Bearbeitung in Gebirgsgegenden und später auch in Osteuropa zur Bearbeitung der nicht sehr fruchtbringenden, abgebrannten Waldlich­tungen benutzt. Diese letztere Art kam in verschiedenen Formen vor. Letztendlich wurde dieser Pflug vor allem in den Randgebieten eingesetzt. Und es kann nicht abgestritten werden, dass er sich als Gerät für die die Waldzonen von Ost- und Mit­teleuropa in Pionierarbeit erobernden Ackerbauern erst in der zweiten Hälfte der Geschichte der Pflugtechnologie, und zwar vorwiegend in den Jahrtausenden nach der Zeitrechnung verbreitet hat. Die Sohlenpflüge blieben in den mediterranen Ge­genden in Gebrauch, im Inneren des Kontinents überliessen sie während der vergan­genen dreitausend Jahre ihren Platz dem gemeinsamen Gebrauch von Pflugsech und dem sog. symmetrischen Sohlenpflug. Diese Art des Einsatzes von Pflügen verbrei­tete sich schliesslich von der Iberischen Halbinsel aus bis ganz nach Skandinavien und andererseits über die Gegenden Mitteleuropas hinweg bis hin zur Ukraine. Der Gebrauch von Pflügen mit asymmetrischen Scharen hingegen blieb während der ins­gesamt zweitausend Jahre auf Mitteleuropa beschränkt, ausgenommen die hohen Gebirgsgegenden und Skandinavien, wo in den vergangenen anderthalb Jahrtausen­den stellenweise, in einer nicht zusammenhängenden Zone die technologische Er­findergabe der Vergangenheit hierdurch vertreten war. Die Pflüge mit asymmetri­schen Scharen gelten als die jüngsten. Die meisten hiervon waren mit einem Pflug­sech und einem Karrenpflug ausgerüstet. Überall dort, womanschwere und feste, wenn auch schon von Bäumen und Wurzelwerk befreite Böden zu bearbeiten hatte, ging man zu diesen Pflügen über. Dieser Prozess nahm seinen Anfang auf leicht krümelnden Böden, bzw. hatte er hier seine anfänglichen Erfolge, in erster Linie in Nordwesteropa während der vergangenen zwei- bis zweieinhalb Jahrtausenden. Mit den letzteren Geräten wurde überall schon eine Furche gepflügt, ja, im Mittelalter entwickelten sich dann fortschrittlichere - den Wasserhaushalt des Bodens durch günstigere Bedingungen konditionierende - Varianten (z. B. mit der Ausbildung von Hochäckern). Alle diese Veränderungen waren darauf ausgerichtet, die Bearbeitungsweise des Bodens zu verwollkommnen. Anfangs pflügte man den Boden mit den sogenannten Arien sowohl in Längs- als auch in Querrrichtung um. Dadurch entstanden rech­teckförmige Parzellen. In Südeuropa haben die Technologie für die Landvermessung und das Masssystem ihre Grundlage hierher, und auch die Einteilung der Parzellen tragen bis auf den heutigen Tag den Stempel dieser determinierenden Technologie an sich. Abgelöst wurde dieses System erest durch den Furchen pflügenden Pflug, der aber nur dort Erfolge zu vezeichnen hatte, wo der Boden schon ausreichend loc­237

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