A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 30-31/1. (1993)

RÉVÉSZ László: Honfoglalás kori nyeregmaradványok Karosról

ÜBERRESTE VON SÄTTELN AUS DER ZEIT DER LANDNAHME, GEFUNDEN IN KAROS Zu dem am wenigsten bekannten Nachlass der landnehmenden Ungarn gehören die Sättel. Zum grössten Teil sind sie spurlos verschwunden, nur einige hin und wieder aufgefundene Verzierungsstücke aus Silber oder Knochen weisen auf ihr einstiges Vor­handensein hin. Die vorliegende Arbeit ist ein Überblick über die Versuche, Rekons­truktionen anhand dieser zu erstellen. Hier ist es mir gelungen, mit Hilfe einiger zum Glück erhalten gebliebener Funde frühere Angaben zu korrigieren bzw. zu ergänzen. Dieser Fund stammt aus dem Grab eines hochgestellten Führers, gesichtet in Karos (Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén). Der Sattel aus dem Grab Nr. 11/52. in Karos Hess sich wie folgt rekonstruieren: Der Vorderzwiesel mag 23 cm hoch gewesen sein, die im Grab gemessene Entfernung der Zwieselenden (24,8 cm) darf höchstens um einige Zentimeter breiter gerechnet werden, sodass die grösste Breite 26-28 cm gewesen sein mag. Seine Enden haben sich seitwärts stärker werdend in die Sattelflügel gefügt, von vorn gesehen wurden sie jedoch zunehmend schlanker. Der obere Bogen mag einem gestreckten Halbkreis geglichen haben, dessen Rand hervorragte und schräg abgehobelt war. Der untere Bogen mag ähnlich ausgesehen haben, in der Mitte mit einem 8,8-9 cm breiten gesonderten inneren Bogen. Auch der untere Rand stand hervor, und zwar in senkrechter Ebene zur Läng­sachse des Sattels. Dieser Rand verbreiterte sich an den Enden des Bogens zu einer Art gestrecktem Sechseck. Zwischen diese beiden Ränder auf das leicht konvexe Vor­derblatt des Zwiesels waren zur Verzierung Silberplatten aufgenagelt, und zwar von oben her angefangen zwischen die neun Beschläge von unten her, und auf den inneren Bogen gestützt weitere zwei. Den unteren Rand zierten bis hin zum Zwieselende silberne Nägel mit einem halbrunden Kopf. Wahrscheinlich hat man den Zwiesel mit Lederhalftern an den Sattelbrettern befestigt und diese dann über einen viereckigen bronzenen Lochschutz geleitet. Der Zwiesel war einwenig nach vorn geneigt, im Grab konnten wir einen Neigungswinkel von 75° messen, was wir für real hielten. Von den Sattelflügeln ist nichts zurückgeblieben, abgesehen von je einem bronze­nen, S-förmigen Lochschutzbeschlag zu beiden Seiten, über welche die Brustriemen gezogen wurden. Aufgrund des Bogens am Zwiesel lässt sich jedoch feststellen, dass die Sattelbretter in einem steilen Winkel von 50-55° zueinander gestanden haben müssen. Zwischen dem Mittelpunk am Rand des vorderen und des hinteren Zwiesels konn­ten wir im Grab eine Entfernung von 45,5 cm messen. Diese Angabe dürften wir mit einer Toleranz von einigen Zentimetern als Länge des Sattels akzeptieren. Die Enden der beiden Zwiesel waren im Grab 22,7 cm voneinander entfernt. Vergleicht man diese mit den anderen vorherigen Angaben, so kann man zu dem Schluss kommen, dass sich die hinteren Zwieselenden der Länge nach und in einem spitzen Winkel an die Sattel­bretter anpassten. Somit dürfen wir den im Grab gemessenen Neigungswinkel des hinteren Zwiesel (33,5°) und seine Höhe (13,5 cm) als real ansehen. Seine Enden waren 32,5 cm voneinander entfernt. Diese Entfernung kann ursprünglich etwa 3^1- cm grösser gewesen sein, wenn man einen geringen Verfall der unverzierten Zwieselenden mit einkalkuliert. Demzufolge hat sich der Sattel nach hinten verbreitert. Die Enden des hinteren Zwiesel waren leicht nach aussen gebogen. Seine Gestalt ähnelte zwei sich gegenüberstehenden gestreckten S-Formen. Sein oberer Bogen war durch einen her­vorragenden schräg gehobelten Rand, und der untere Bogen durch ebenso einen, jedoch senkrecht gehobelten Rand verziert. Zwischen diesen war die Oberfläche des Zwiesels stark konvex. In der Mitte des unteren Bogens gab es auch hier einen 8,6-9 cm tiefen inneren Bogen, an dessen Enden sich der Rand ebenfalls zu einem 123

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