A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 28-29. (1991)

KUNT Ernő: Temetkezési szokások Pányokon II. (Szokásvizsgálat)

Wirklichkeit nicht beziehen lässt, wird es vergessen. So gibt es in der gegebenen Gesell­schaft immer einige, die sich in „Warnungs-zustand" befinden. Die aus charakteristischem Verhalten von Tieren gezogenen Orakel, bzw. Vor­zeichensinhalt der mit den Gegenständen vorgefallenen seltsamen Ereignisse lassen sich sinnverwandt interpretieren. Da solche Vorzeichen der volkstümlichen Vermutung nach gewöhnlich kurze Zeit, längstens vierundzwanzig Stunden dem Tode vorangehen, ist es anzunehmen, dass nicht derart ihre Vorzeichen-Rolle, wie diejenige Funktion von Bedeutung ist, die von Seite der persönlichen Umgebung mittelbar, symbolisch und feinfühling kodierte Abfassung von bevorstehendem Tode des Schwerkranken bezweckt, bzw. nach der Bewusstmachung des vor der Tür stehenden Ereignisses strebt. Umso mehr kann es angenommen werden, da diese Vorzeichen sich in Verbin­dung des tatsächlich am Ende seines Lebens seienden Schwerkranken „Äussern". Es ist zu bedenken, dass die sich auf Träume und sonstige Vorzeichen beziehende Glauben ungeachtet ihres irrationellen Inhaltes für die Gemeinschaft von Nutzen ist, da dadurch die Mitglieder in prekonditioniertem Zustand gehalten werden und es wird versucht die Gemeinschaft vor lähmendem Schock des unerwartet eintreffenden ele­mentaren Verlustes zu beschützen. Jedes, den Tod, eine Krankheit, eine konkretisierte Gefahr ankündigende Vorzeichen ist als ein symbolisch konzipiertes „Memento mori" aufzufassen. Nachdem könnten wir denken, dass die Gemeinschaft auf solche Weise sich in einem Zustand von ständigem Preschock befindet, die die Entfaltung ihrer Lebenstätigkeit ebenso schädlich beeinflusst. Es stimmt aber nicht. Die Ordnung der Vorzeichen funktioniert mit gewisser „psychischen Empfindlichkeit", d. h. es taucht immerfort bei anderen Personen hervor und sein Inhalt sich in einem beschränkten Kreise, höchstens in der Familie, verbreitet und dadurch ihre etwaige Depressionswir­kung lokalisiert wird. Die praktische Funktion der Vorzeichen-Glauben ist nicht anders als den humanen soziokulturellen Organismus in ständiger, elastischer Bereitschaft zu halten um den notwendigen Verlust - womöglich ohne Kriesenzustand - zu vertragen. Von Eintritt des Todes bis zum Totenmahl Eintritt des Todes. Aus Gesichtspunkt der Gemeinschaft wird der Moment des Todes so ausgelegt wie der Augenblick als der Organismus einer äusseren Kraft: „der Kräfte des Jenseits", „dem Knochenmann" gegenüber schutzlos bleibt und die Ge­meinschaft ist gezwungen ein von ihren Mitgliedern zu verlieren. Aufmerksamkeit der Gemeinschaft richtet sich auf den Verstorbenen und der Moment wird durch mit den Glauben verknüpfte begleitende Erscheinungen mit nicht misszuverstehender Deut­lichkeit betont (z. B. Weben zerreissen und fallen herab, Hauptbalken krachen, usw.). Die Stelle des eintretenden Todes wird in der von Tradition vorgeschriebenen Form bezeichnet und dadurch wird jener Punkt der Gemeinschaft festgesetzt, wohin er - in Form der Teilnahme in Totensitten - seine Kraft zu konzentrieren hat. Ankündigung des Todes. Über den tod wird vor allem die Verwandschaft in Kennt­nis gesetzt. Durch ihre Verständigung scheidet die Gruppe von denjenigen Personen aus der Gemeinschaft aus, die an den Gestorbenen durch Blutsband oder entstandene Familienbeziehung geknüpft sind. Sie waren durch den Verlust am meisten getroffen, von ihnen verlangt der im Organismus entstandene Ausfall die engste Zusammenarbeit. Die Toten-Gebrauchsordnung drückt diesen automatischen Abwehrreflex der Gemein­schaft dadurch aus, dass die die Angehörigen von anderen Mitgliedern der Gemein­schaft unterschieden um den Gestorbenen anordnet und erwartet von ihnen die Toten­gebräuchen abzuwickeln und stellt sie in den Mittelpunkt der Ereignissen von Toten­gebräuchen. Also der ganze Organismus versucht von der Wirkung des Verlustes da­durch befreit zu werden dass eine Gruppe mit der Aufgabe bestimmt wird die mit dem 528

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