A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 28-29. (1991)

KUNT Ernő: Temetkezési szokások Pányokon II. (Szokásvizsgálat)

Verlust zusammenhängenden Obliegenheiten zu verrichten. (Die „Helfer" - Toten­gräber, Grabholz-Schnitzer, usw.) kommen aus dem Kreise der Angehörigen heraus. Zweck dieses traditionellen Befehls besteht darin um einen grossen Teil der Gemein­schaft von den mit der Beerdigung verbundenen Teilaufgaben zu befreien). Um die Kraft der Gemeinschaft zu wahren ist es doch nötig über den Verlust das ganze dorf zu benachrichtigen um sich in seiner weiteren TÄtigkeit an die neuentfaltene Lage anzupassen. Für das Ganze des Dorfes fungiert der Tod des Individuum ein in Organisation der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, sowie in Gesellschafts- und Statusordnung der Dorfgemeinschaft eine änderung hervorrufenes Ereignis. Von dieser Verständigung an sucht der soziokulturelle Organismus die Art und Weise die frei gewordene Stelle seines verlorenen Mitgliedes am besten zu besetzen. Neben dem rituálén Trauerspiel hat das gesellschaftliche Spiel begonnen. Erster Abend der Totenwache. Bei dieser Gelegenheit versammelt sich im allge­meinen die Bluts- u. entstandene Verwandschaft im Trauerhaus. Dadurch drücken sie ihre Zusammengehörigkeit und Bereitschaft aus, die durch Tradition ihnen auferlegte Aufgabe hinzunehmen und zu erfüllen. Erscheinen an der totenwache bereitet die Möglichkeit in den verwandschaftlichen Kleingruppen nach dem Tode ihres Angehöri­gen die unbedingt veränderte innere Positionsordnung abzuschätzen. Die Tatsache, dass an der Totenwache die Männer, als gesellschaftliche Leiter der einzelnen Familien in einem gesonderten Raum versammeln, bietet die Gelegenheit die materielle, gesell­schaftliche Status- u. Prestigeordnung umzugestalten und sich daran zu halten. Zweiter Abend der Totenwache. Der zweite Abend an der Totenwache bereitet für die nicht zur Verwandschaft des Gestorbenen gehörige, jedoch sich mit anderen Beziehungen an die Familie knüpfenden Mitglieder der Gemeinschaft die Gelegenheit um ihr Mitgefühl und zugleich ihre Anpassungsbereitwilligkeit zu neugeformter Positi­onsstruktur auszudrücken. Abschied vom Tote. Die Station der Totengebräuchen, als der Sarg in den Hof getragen wird, bereitet für die ganze Öffentlichkeit des Dorfes die Gelegenheit - durch Übermittlung von Vertretern - ihre Empfindung an Verlust sowie ihre Bereitschaft auszusprechen um mit gesteigerter gemeinschaftlicher Kooperation den Abgang des Verstorbenen zu ersetzen. Vitale Energie des soziokulturellen Organismus konzentri­ert sich an der Stelle, wo der Verlust eingetroffen ist. Gesteigerte gemeinschaftliche Teilnahme ist erst recht für notwendig gehalten, da zu dieser Zeit der Verstorbene tatsächlich in seiner körperlichen Gestalt von seinem Grund entfernt wird, zu dieser Zeit der Schmerz der engsten Verwandten das grösste ist und ihre mit Krisen drohende übertriebene Seelenzustand die Anwesenheit der Dorfgemeinschaft eine disziplinierte Wirkung hat. Trauerzug. Mit der Begrabung wird der in Einheit der Gemeinschaft entstandene Ausfall endgültig, doch dadurch dass dieser Ausfall eine durch gemeinschaftliche Tra­dition vorgeschriebene - also durch Mitglieder der Gemeinschaft annehmbare und anzunehmende - Prägung erhÄlt, bedeutet es zugleich eigentlich eine beruhigende Wiederherstellung der neuen Ordnung. Die Teilnehmer der Beerdigung bestätigen mit rituellen gemeinsamen Totenmahl die Notwendigkeit um in der Zukunft noch enger zusammenzuarbeiten, sowie die neue Form der zufolge des Todes umgewandelten Struktur wird zur Kenntnis genommen. Mit dem Totenmahl sind die gemeinschaftlichen Aufgaben beendet. Ernő Kunt

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