A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 17-18. (1979)

BATÁRI Ferenc: Az avasi református templom török szőnyegei

130 BATÁRI FERENC FÜR DEN ABENDMAHLSTISCH (gestickt); GESCHENK VOM CURATOR IN KŐ­RÖSFŐ, ISTVÁN KORPOS 1754 — SAMT SEINER FRAU KATA BÁLINT FÜR DEN ABENDMAHLSTISCH (gemahlt). Das Miskolcer Stück mit der Jahreszahl 1727 ist ein spätes exemplar seines Typs, und das weist darauf hin, dass die verwandten Stücke vom Anfang des 18. Jahrh underts stammen müssen. Ähnliche Gebetsteppiche wie diese im Herman Ottó Museum kommen in Ungarn und Siebenbürgen häufig vor. Wegen ihrer nicht eindeutigen Herkunft werden in der ausländi­schen Fachliteratur alle Stücke der drei Gruppen einfach „Siebenbürgische Teppiche" ge­nannt. In der ungarischen Fachliteratur werden aber als „Siebenbürger" nur jene Teppiche bezeichnet, die aller Wahrscheinlichkeit in Usak geknüpft sind, deren Mittelfeld mit ab­geschrägten Ecken (doppelte Gebetnische) senkrecht und waagerecht symmetrisch kompo­niert, mit Lampen, Blütenranken oder Rosettenkranz ausgefüllt ist, und in deren Bor­düren sich gestreckte Achteckmedaillons mit achtzackigen Sternen ab wechseln. Durch den Aufschwung der Warenlieferung in westliche Länder im 19. Jahrhundert kamen Usak-ähnliche Stücke mit Medaillons aus der späteren Zeit (Bild 6) in grösserer Zahl nach Europa. Sie wurden nicht wegen ihres musealen wertes, sondern nur vollstän­digkeitshalber in unsere Studie aufgenommen. Die Orientteppiche waren die beliebtesten Zierden alter ungarischer Wohnungen und Kirchen. Die Miskolcer Teppiche sind bedeutende Stücke der türkischen Teppichkunst und gleichzeitig Dokumente der alten ungarischen Ausstattungskunst. Sie haben auch lokale Bedeutung, denn nur diese vier Stücke lassen darauf schliessen, welcher Art die Teppiche waren, die im Komitat im 17.—18. Jahrhundert die Kirchen schmüskten, und die nur aus den Inventurverzeichnissen bekannt sind. Ferenc Batári

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