Janus Pannonius Múzeum Évkönyve 33 (1988) (Pécs, 1989)

Néprajztudomány - L. Imre Mária–Lantos Miklós: Nyugat-európai házépítési technika hagyománya a dél-dunántúli németeknél. (A Fachwerk építkezés utóélete)

210 L. IMRE MARIA—LANTOS MIKLÓS Die Tradition der westeuropäischen Hausbautechnik bei den Donauschwaben in Südtransdanubien Nachwelt der Bauweise „Fachwerk" Mária Li. IMRE—Miklós LANTOS In unserer Arbeit beschäftigten wir uns den nur wenig gekannten Bautraditionen der Deutschen im Süden von Transdanubien. Die Quellen der Archiven und die müdlichen Über­lieferungen über die damaligen Einsiedler zeu­gen davon, daß die deutschen Einsiedler, die unter die ungarischen und serbischen Einwoh­ner auf die entvölkerten Gebiete gezogen sind, nur über wenig Viehstand verfügten. Ihre Ag­rarproduktion bezog sich auf herrschaftliche und Selbstversorgung. Im Besitzt verschiedener Vergünstigungen wurde ihnen der weitere Um­zug gesichert. Mehrere zentrale und örtliche Anordnungen wie Grundregelung und Feuerschutz haben die Physiognomie der Siedlungen unserer Gegend im Laufe des 18. Jahrhundertes verändert. Die deutschen Einsiedler kamen meistens aus dem mittleren bzw, südlichen Teil des deutschen Sprachgebietes in unsere Region in Südtrans­danubien und sie besaßen die Kenntnisse der Bautechnik von Fachwerken. Um die Innenräu­me der Gebäude zu erweitern, wurde die Kon­struktion auch bei uns verwendet. Die Möglich­keit erbot sich durch die an Eichenwäldern reiche Gegend, die günstigen Voraussetzungen der Holzgewinnung. Die eigenartige Methode dieser Bauweise wurde in der Anfangsperiode bei den Wohn­und Wirtschaftsgebäuden gleicherweise ver­wendet. Die Fachwerkkonstruktion kam, ausgenom­men einige Wirtschaftsgebäude und Wohnhäu­ser im Bezirk Tolna, nur am Giebel zur An­wendung. Die Konstruktion wurde mit geflochtener Hecke und Strohlehm bzw. Lehmsteinen ausge­fächert. Das Mauerwerk besteht aus Stein + Strohlem oder Lehmsteinen. Eigenartig ist es, daß das Fachwerk am Giebel der Wohnhäuser immer gewellert wurde vermutlich hängt es mit den damaligen Vorschriften für Feuer­schutz zusammen. Das Dachgeschoss durch geflochtenen Weller­wandverschlag getrennt diente zur Lagerung von Getreiden, Obst und anderen Produkten. Die oben aufgeführten historischen Angaben beweisen, daß sich die Errichtung eines geson­derten Gebäudes in der frühen Periode zur Getreidelagerung und Viehaltung nicht not­wendig erwies. E sist beachtenswert, daß die Deutschen in unserer Gegend das herkömmliche Zimmer­handwerk, einschliesslich die Technik und Werkzeugbenutzung auch im Laufe des 19—20. Jahrhundertes ausgeübt haben. (Mecseknádasd, Kistormás, Gyönk). Auf dasd Weiterleben der Tradition deuten die im 19. Jahrhundert gebauten Wirtschafts­gebäude im Bezirk Tolna sowie das Wohnhaus in Geresdlak hin.

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