Janus Pannonius Múzeum Évkönyve 28 (1983) (Pécs, 1984)

Régészet - Katona Győr Zsuzsa: Római kori edényégető kemencék Pécs belvárosában

72 KATONA GYŐR ZSUZSA Vermutlich sollte die äußere Wand des Gebäu­des die Nord —Süd Wand sein, denn westlich von hier konnte man keine neuere Wand finden. In der Forschung von Sopianae ist die römische Baureihe — welche die Rákóczi Straße von Süden umgibt — nicht unbekannt. Im Jahre 1926 beobachtete man auf diesem Gebiet mehrere Wände, 1939 kam es auch auf dem Baugrund 39/c zur kleinen Ausgra­bung. Während dieser Fundrettung gelang es die von György Fejes 1926 abgeschriebene Wand zu identifizieren und dadurch bekamen wir eine neu­ere Angabe zur Topographie von Sopianae. 5-7 24 am östlich vom Steinbau waren 3 Töpferöfen aus der Römerzeit zu finden. Töpíeroíen 1. Er ist rundförmig und in die Erde getieft, die gewölbte, gelehmte Wand ist stark durchgebrannt. Der Rost wird von einem zentralen Pfeiler gehalten. Die Höhe des Töpferofens beträgt 145 cm, der Durchmesser des Rostes ist 150 cm. (Abb. 4,8) Der Töpferofen wurde noch in der Rö­merzeit aufgestört, die Folge war, daß über dem Töpferofen eine große Eingrabung zustande kam. Zur Konstruktion und Eingrabung des Töpferofens siehe Abb. 4, 5 b, 5 c, 8, 9 und 10. In der Auffüllung des Töpferofens entdecktes Fundmaterial sind graue und hellbraune Keramik­scherben und Trümmer des Filter topf es. 8-12 (Taf. V. 1; Taf. VI. 1, 3; Taf. IV. 1; Taf. III. 2; Taf. IL 7; Taf. IX. 5; Taf. VI. 2) In den Töpferofen vertiefte man nach dem Auf­hören des Gebrauches eine umfangreiche Grube. Beim Eingraben waren terra sigillata, Glas und ha­uskeramischen Scherben vorhanden. Der Töpferofen l/a war teils unter dem Töpfero­fen 1., der Bau des Töpferofens 1 zerstörte ihn (Abb. 4,6). Der Boden ist durchgebrannt, ist mit Steine und Sand bedeckt, seine Konstruktion ist nicht zu beobachten. Der Töpferofen l/a wurde be­im Bau des ersten Töpferofens aufgefüllt. In dieser Auffüllung waren folgende Typen von Keramik­scherben: Sigillata Scherben, gestreifte rotgemalte nnd kammgezierte graue Keramik. 19-23 Töpíeroíen 2. Er ist aufgestört, nur der Boden des Töpferofens ist erhalten geblieben. Seine Kons­truktion ist mit der Konstruktion des Töpferofens 1. identisch. Der Rost wurde in der Mitte von einer Säule gehalten (Abb. 4,11). Wir haben weni­ge Befunde entdeckt. Die Töpferöfen 1 und 2 wurden von gemeinsa­mer Arbeitsgrube versehen. Die Befundmaterialien sind: eine Schüssel mit flachem Untersatz, schus­seln mit eingezogenem Rand, Schüsselscherben, be­im Ausbrennen deformierte graue Schale, terra si­gillata und rot bemalten Scherben, rädchenverzier­ten Scherben, grauer Topf und Grundtümmer einer Urne, oberer Teil einer Firmenlampe. 25­" 37 In der Aschengrube waren auch viele Tierknoc­hen —, deren Verarbeitung bisher noch nicht ge­schah, und zwei Funden aus der Mittleren zeit und Türkenhenschaft, Glas- und Deckelscherben. 38 "-39 Dies weißt auch auf mittelalterliche Störung hin. Die behandelten Töpferöfen repräsentieren einen seltenen Typ unter den pannonischen Töpferöfen/ 10 Sie weichen von den in die Erde getieften, aus Ton verfertigten runden Töpferöfen insofern ab, daß der Rost in der Mitte nicht von einer vertikalen Mauer, sondern nur von einer Säule gehalten wird. Die drei Töpferöfen wurden nicht gleichzeitig gebraucht. Der Töpgerofen l/a ist älter, nach dem Beenden seiner Gebrauchzeit ist der Töpferofen 1 und 2 ins Leben gerufen worden (Abb. 6). Den Töp­ferofen l/a füllte man während dem Bau des Töp­ferofens 1 mit Materialien auf, die darin gefunde­nen Scherben geben also den term, post quem des Baues vom Töpferofen 1. Die umfangreichen, mit Streifen bemalten Keramikgefäße aus dem ersten und zweiten Jahrhundert sind in dem pannonischen Fundmaterial allgemein, diese kamen bei der Aus­füllung des Töpferofens l/a auch vor. Ihre Verb­reitung kann frühestens auf Ende des ersten Jahr­hunderts ges hätzt werden und sie sind bis Mitte des dritten Jahrhunderts zu verfolgen. 42­^ 5 In der Provinz stellte man sie in mehreren Or­ten, z. В.: in Brigetio und Bicsérd her, vermutlich aufgrund Musterbilder aus Süd —Pannonién. 43-45 Die Urnen mit kammgezierter Wand waren bis Mitte des zweiten Jahrhunderts im gebrauch. 46 Die­ser Typ kommt auch bei der Einfüllung des Töp­ferofens 1 vor. Den Töpferofen l/a füllte man also gegen Mitte aber spätestens in der zweiten Hälfte des zweiten Jahrhunderts mit Materialien. Damals baute man den Töpferofen 1. Die Geb­rauchszeit aufgrund der is der Auffüllung entdeck­ten Befunden das zweite und dritte Jahrhundert (Taf. III. Abb. 4; Taf. VII. Abb. 5 und 8). Als der Töpferofen nicht mehr funktionierte, ver­tiefte man über diesen der Spätrömerzeit eine um­fangreiche Grube. Da die Töpferöfen 1 und 2 von einer gemeinsa­men Arbeitsgrube versorgt wurden, muß man sein Gebrauch auf das dritte Jahrhundert versetzen. Das Material der Aschengrube ist stark gemischt, es waren darin römischen und mittelalterlichen Ge­fäßfragmente zusammen. (Taf. III. 4; Taf. I. Abb. 2; Taf. III. 3; Taf. I. 3; Taf. III. 1,- Taf. VI. 6. Taf. VII. 1; Taf. IL 3; Taf. III. 8; Taf. III. 9; Taf. V. 2; Taf. VII. 5; Taf. IV. 4; Taf. IL 10; Taf. III. 6; Taf. VIII. 9; Taf. IL 5; Taf. VIII. 1; Taf. IX. 2; Taf. IX. 6; Taf. IX. 1; Taf. IX. 2; Taf. VIII. 6; Taf. IV. 7; Taf. IX. 4; Taf. IV. 3; Taf. IL 8; Taf. IL 7) Einerseits erreichte man vermutlich im Mittelal­ter mit einem Abgraben die römische Schicht, an­dererseits weisen die hier anwesenden mittelalter­lichen Scherben darauf hin, daß man im Mittelalter auch außer der Stadtmauer angesiedelt war. Dies

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