Janus Pannonius Múzeum Évkönyve 25 (1980) (Pécs, 1981)

Régészet - Gaál, István: Die chronologische Grundfragen des neolithischen Gräberfeldes von Zengővárkony

102 ISTVÁN GAÁL für die früheste Phase der transdanubischen Len­gyel-Kultur halten, 15 welches zur Luzianky-Kera­mik und zur ältesten Phase der mährischer bemal­ter Keramik Beziehungen hat. 16 In den jüngsten Objekten der Sopot-Kultur kamen solche Keramik­typen zum Vorschein, die auch der ältesten Len­gyel-Keramik (Slowakei) und der Luzianky-Gruppe nahe stehen, 17 auch das Fundmaterial von Aszód gehört zur ältesten Phase, Nándor Kalicz ist der Meinung, dass das mit der Luztanky-Keramik ver­wandt ist. 18 Wenn wir das neolitische Fundmaterial von Zengővárkony mit den anderen ungarländischen frühen Matériáién vergleichen, sind die folgenden auffallend: Das Material von Sé (was am ältesten ist) wird durch abgerundete profilirte Formen cha­rakterisiert. 19 Den runden Schüsseln von Sé sind die Keramiktypen b/2 und b/3 von Zengő­várkony sehr ähnlich. Solche Gefässe sind in Zen­gővárkony von mehreren Gräbern hervorgekom­men. Ein Topftyp von Sé hat seine Paralellen im Typ b/48 in Zengővárkony, dessen Exemplare aus den Gräbern 351, 360» 361. zum Vorschein gelang­ten. Auch ein dem Typ b/49 ähnliches Gefäss wurde in Sé gefunden. Diese Keramik von Zengő­várkony halten wir mit der von Sé für gleichzei­tig, das heisst, dass die Gräber, aus denen diese Gefässe hervorkamen, die frühesten sein können. Die Richtigkeit dieser Vermutung werden wir in weiteren erfahren. Diese Schüsseltypen befinden sich auch im aszó­der Fundmaterial, 20 gemeinsam mit den runden dreiteiligen Gefässchen, 21 die unter die charakte­rischsten Gefässtypen der Lengyel-Kultur gehören, nicht nur in Zengővárkony, sondern im ganzen Lengyel-Material in Westungarn. Die Ritzverzierung deutet in allen Fällen auf frühen Charakter hin. 22 In der Luzianky-Gruppe kommt es doch nicht vor, und auch in Sé ist sie verschwindend wenig, aber in Aszód ist sie eine häufige Erscheinung. 23 Das zeigt auch die gemein­samen Paralellen zwischen Aszód und Zengővár­kony. Ein aszóder dreiteiliges rundes Gefäss wurde mit eingeritztem Linienmuster verziert, 24 diesselbe Verzierung erscheint auch in Zengővárkony (Grab 174, 188.). In Aszód kommt die eingeritzte Spiral­verzierung an einem dreiteligen Gefäss vor, 25 sol­ches befindet sich auch in Zengővárkony (Grab 15 Kalicz—Károlyi 1978. 122—123. 10 e. d. 17 Kalicz 1978. 19—20. 18 Kalicz 1969. 178. 19 Kalicz—Károlyi 1978. Taf. 52. Abb. 3—4. 20 Kalicz 1969. Abb. 4. 1—3. 21 e. d. Abb. 4—5. 22 Kalicz 1969. 186. 23 Kalicz—Károlyi 1978. 123., Kalicz 1973. 68. 24 Kalicz 1971. Abb. 4. 5. 25 Kalicz 1973. Abb. 26. 8. 252.). Ein Teil der aszóder Keramik wurde durch die Ritz Verzierung der Theiss-Kultur kennzeich­net, 26 ähnliche Mäanderverzierung kommt an einer Keramik von Zengővárkony vor (Gr. 108.). Das Auftreten der Weissbemalung -in selbständi­gem Horizont bezeichnet eine spätere Periode. Es kommt auch in Aszód vor, Kalicz ist aber der Meinung, dass die aszóder Weissbemalung mit der späteren der Lengyel-Kultur nicht identisch ist. 28 Zur Zeit des Erscheinens der Weissbemalung, und unmittelbar davor, wurde die Keramik mit Ritz­Verzierung schon nicht oder nur sehr selten ver­sehen. Zwischen den Horizont mit ritzverziertei Keramik und mit Weissbemalung sollte noch eine Periode existieren, in der die rote Bemalung allge­mein war. Mit der monochrom roten Bemalung verschwindet die Ritzverzierung. 29 Diesselbe Entwicklung ist auch in den ostslowa­kischen Gebieten sichtbar. A. Tocik und J. Lichar­dus beobachteten, dass ein Teil des ganzen slowa­kischen Materials dem zengővárkonyer entspricht (Veiké Hoste), bis der andere Teil dem mährischen nahesteht. 30 Auch in der Slowakei gibt es Ritzver­zierung zur Zeit der ältesten Phase, darauf folgt die rote Bemalung manchmal mit weisser Bemalung kombiniert. 31 Nicht nur die Weissbemalung, sondern auch das Kupfer bezeichnet spätere Periode in der Lengyel­Kultur, 32 in Westungarn. In Aszód kam nur ein einziger Bruchstück hervor, 33 aber in den Fund­stellen von SO-Transdanubien wurden ziemlich viele dieser Art gefunden. Das Vorkommen des Kupfers ist nicht für alle Grabgruppen von Zengővárkony charakteristisch. Zsuzsanna Zoümann ist der Mei­nung, dass das Vorkommen des Kupfers eine Hilfe zur Lösung der Chronologie von Zengővárkony ge­ben könnte, sie meint, dass man dort mit zwei, aufei­nander folgenden Horizonten rechnen sollte 34 . Mit dieser Frage beschäftigen wir uns ausführlicher. Untersuchen wir zuerst die Gräber, in denen ritzverzierte Keramik gefunden wurde: Der Gefässtyp, der in meissten Fällen die Ritzver­zierung trägt, ist das dreiteilige runde Gefässchen vom Typ b/25. Solchs mit Ritzverzierung kam in 6 Fällen vor (VI/A. 56, 57, 59., VI/C. 174, 189., VII. 79.). Ähnlich ist das runde Gefässchen b/27, das kleiner ist, mit zylindrischem Hals, in einem ein­zigem Falle mit Ritzmuster verziert, (VI/D. 263.), so wie bei allen übrigen ritzverzierten Typen: 26 Kalicz 1971. Abb. 4. 5. 27 Kalicz 1971. 184. 28 Kálicz 1969. 189. 29 Lichar dus—Tocik 1966. 87. 30 e. d. 31 e. d. 32 Kutzián 1966. 249—280. 33 Kalicz 1971. 21. 36 Zollmann 1975.

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