Janus Pannonius Múzeum Évkönyve 23 (1978) (Pécs, 1979)

Régészet - Maráz, Borbála: Zur Frühhallstattzeit in Süd-Pannonien

152 BORBÁLA MARÁZ und Süd-Polens in die Spätbronzezeit, in die На Вз Periode gelegt, 21 während Sándor Gallus im Karpatenbecken diese in die На В und С Pe­rioden datierte. 22 Auf den slowenischen, südostal­pinen Gebieten datiert die Forschung den sog. thrako-kimmerischen Horizont in die Zeit der Ha B3 und С Perioden. 23 Die Ebenbilder der auf den Abbildungen 2—4, б der Tafel VI. und auf den Bildern 3—5 der Tafel VIII. dargestellten Jakab­berger Pferdegeschirre sind unter den Panzer­grabfunden von Sticna 24 aus der Podzemelj 2-Pha­se und auch aus dem Ha C 2-zeitlichen Szálacska bekannt. 25 Den im Tumulus 1. vom Jakabhegy gefunde­nen bronzene Dolchgriff des Gamów- (Gammau-) oder Kabardo-Pjatigorsk-Types (Taf. VIII. 2) da­tierte Gyula Gazdapusztai in das 8—7. Jahrhun­dert v. u. Z. 26 Laut Terenoschkin sind die, im kimmerischen Material des Kaukasusses, sowie in diesem des südlichen Teiles der Waldsteppe ge­fundenen Dolche mit kreuzförmigem Griff und durchbrochener Verzierung für die Zeit der sog. Tschernogorovskij und Novotscherkassk-Stufe cha­rakteristisch und er stellt diese Periode mit dem Zeitalter der На В 2—3 Perioden und mit diesem der ersten Hälfte der На С Periode in Parallele und datiert sie in die Zeit 900—750 v. u. Z. (Tschernogorovskij-Stufe) bzw. 750—650 v. u. Z. (Novotscherkassk-Stufe). 27 Da aber Terenoschkin die auf den kimmerischen Gebieten vorgekomme­nen Exemplare der Dolchgriffe mit durchbroche­ner Verzierung mit Hilfe des mitteleuropäischen, sog. thrako-kimmerischen Fundhorizontes datiert, 28 kann der Jakabberger Dolch aufgrund seiner For­schungsergebnisse nicht genauer datiert werden. Da die Seitenstangen des Tumulus 1. (Taf. VIII. 8—10) weder im kimmerischen Material der Schwarzmeergegend, noch in diesem des Kauka­susses und der Waldsteppenzone keine einzige 21 V. PodborskS (1967) 219—220.; V. PodborskS (1970) 147—172. 22 S. Gallus—T. Horváth (1939) 50—54. 23 Siehe die unter Anm. 20. aufgezählte Literatur, sowie: G. Kossack {1954) 111—150.; S. Foltiny: Über die Fundstelle und Bedeutung der angeblich aus Kis­kőszeg stammenden hallstattzeitlichen Bronzen des Römisch-Germanischen Zentralmuseums in Mainz. JRGZ 8 (1961) 179—189.; D. Garasaniri: Études sur l'âge des métaux en Serbie. A propos de la dé­couverte de Trucevac. Sztarinar 5— б (1954—55) 346 —347. 24 S. Gabrovec (1966) Abb. 6. 13, 14. 25 M. Kabay Ê. (1960) Taf. XIII. 19.; Anlässlich der neuesten Ausgrabungen kamen in Szálacska Zaum­zeugzubehöre zutage, die zwar eine andere Form als die Jakabberger haben, aber ebenfalls thrako-kim­merischen Types sind [Kemenczei T. (1974) Abb. 6. 16]. 26 Gazdapusztai Gy. (1967) 318—319. 27 A. I. Terenoschkin (1976) 105—112., 121—126., 195—208. 28 Ebenda 205—206. Analogie haben, können sie vielleicht die örtlichen Varianten der Seitenstangen der dortigen Cimbal­ka-Stufe, ihre mitteleuropäischen Kopien sein. Einige Ebenbilder des eingeritzt verzierten Pfer­degeschirrbeschlages (Abb. 5.) des Tumulus 15. sind vom Steppengebiet, 29 aber auch aus Mittel­osteuropa, (Ugra, Kiskőszeg, Stillfried) bekannt — auf diesen letzteren Gebieten aus dem Ende der На В Periode. Die thrako-kimmerischen Pferdegeschirre und Waffen erscheinen also bereits zur Zeit der Ur­nenfelderkultur in Mitteleuropa und einige Typen waren sogar zum Zeitpunkt der Kalenderberg­Gruppe der Hallstatt-Kultur in Gebrauch. 30 Die auf dem Jakabhegy bei Pécs erschlossenen Tumulusbestattungen können wir also — im Sinne der aufgezählten Angaben — mit der ersten Hälf­te der für den Südostalpenraum festgelegten Pod­zemelj-Phase in Parallele stellen und in die Zeit der Ha Q — Periode, in das 8. Jh. v. u. Z. da­tieren, aber kulturell gesehen können wir sie nicht vollkommen mit dem Material der slowenischen Fundorte dieser Periode identifizieren. Das frühhallstattzeitliche Fundamaterial des Süd­ostalpenraumes und der pannonischen Gebiete ist zumindest wegen der Differenz eines der Kom­ponente nicht identisch miteinander: in Slowenien hat die Osthallstattkultur einige Gegenstandstypen der Dobova-Ruse Gruppe der dortigen späten Urnenfelderkultur (in erster Linie die Gefäßfor­men) beibehalten, in Transdanubien kann das Ge­denkmaterial der anderen späten urnenfelderzeit­lichen Volksgruppe mit dem Fundmaterial des Kis­kőszeg (Batina) — Dalj (Dállya) — Stillfried-Ty­pes charakterisiert werden. 31 Auch im Fundmate­rial der Jakabberger Tumuli blieb das früher für die Kiskőszeg (Batina) — Dalj (Dállya) Grup­pe charakteristische archaische Keramikmaterial neben den, zur östlichen Hallstattkultur gehören­den Funden, erhalten. Einige historische Probleme Aufgrund des Fundmaterials sieht es so aus, daß die, in die Jakabberger Tumuli bestattende Bevölkerung dem Leben der Urnenfelderkultur (einen Teil der Bevölkerung dieser Kultur in sich verschmelzend) und ihrer blühenden Metallurgie am Ende der На В Periode, gegen 750 v. u. Z. in Transdanubien ein Ende setzte (auf die Einströ­mung einer erobernden Bevölkerung deuten die in die Erde gelangenden Urnenfelderschatzfunde 29 Ebenda 179., Abb. 39. 5—7, Abb. 42. 8—9, Abb. 84. 15, Abb. 93. 5. 30 Kemenczei T. (1974) 13—14. 31 Über das in der Frühhallstatt-Kultur der südost­alpinen Gebiete fixierte Material von Maria Rast­Charakter siehe: S. Gabrovec (1966) 9—15.

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