Janus Pannonius Múzeum Évkönyve (1964) (Pécs, 1965)

Régészet - Kiss, A.: Zur Frage der frühmittelalterlichen Weinbaues im Karpatenbecken

138 A. KISS gehend befasst, 55 obwohl diese frühzeitige Bestehen des Weinbaues hinsichtlich der so­zial-wirtschaftlichen Entwicklung von wich­tiger historischer Bedeutung ist. Den Weinbau des 10—11. Jahrhunderts müssen wir anhand der erwähnten Urkun­den, als auch der Gründungsurkunden von Tihany, Szekszárd und Zselicszentjakab 533 und der geographischen Lage der erwähnten Weinbau-treibenden Dörfer, in erster Linie nach Transdanubien lokalisieren; dies wird auch dadurch bekräftigt, dass 50 v. H. des Weinbaugebietes des Klarpatenbeckens im 14. Jahrhundert auf Transdanubien entfiel. 56 Das Ortsnamen-Material des 11. Jahrhun­derts bekundet, dass Transdanubien von ei­ner bedeutenden slawischen Bevölkerung be­wohnt war. 57 Ein Teil des ungarischen sich auf den Weinbau beziehenden Wortschatzes beweist, dass ein bulgarisch —türkisch-sprachiges Volk die landnehmenden Ungarn mit dem Weinbau bekannt gemacht hatte; 58 der ande­re Teil der Terminologie ist slawisch beein­flusst. 59 Wann der slawische Einfluss wirk­sam war, könnte nur schwer festgestellt wer­den; von einigen Lehnwörtern aber kann mit Bestimmtheit festgestellt werden, dass ihre Übernahm schon vor Ende des 10. Jahrhun­derts erfolgte. 60 Doch liegt die Annahme na­he, dass auch die Entlehnung der anderen Wörter um die gleiche Zeit vor sich ging. 55 Mihályi, E., Szent István monostorai (Die Klös­ter des Heiligen Stephan) SZIEK I, (Bp. 1938) 369; — Domanovszky, S., Mezőgazdaság Szent Isitván korá­ban (Die Landwirtschaft in der Zeit Stephans des Heiligen), SZIEK II, 309—333; Kring, M., A gazda­sági éleit (Das wirtschaftliche Leben), Magyar Műve­lődéstörténet I, red. Domanovszky S. (Bp.) 2113— 246; Molnár E., A magyar társadalom története az őskortól! az Árpád-korig (Geschicte der ungarischen Gesellschaft seit der Urzeit bis zur Ärpadenzeilt). (Bp. 1949) 161—170. 55 a Bárczi G., A tihanyi alapító levél (Bp. 1951) 8—12. 13—58; Fraknói V., A szekszárdi apátság tör­ténete (Bp. 1897) 61.; Kumorovitz L., TBM 16 (1964.) 53—55. 56 Belényessy, M., op. cit. 19. 57 Kniezsa, I., A szlávok őstörténete (Urgeschichte der Slawen), (Bp. 1942) 38—39. 58 Gombocz, Z., op. cit. 20: Szőlő (Wein), szűr seihen^ bor (Wein), csiger (Nachwein), seprő (Wedn­satz). 59 Kniezsa, I., A magyar nyelv szláv jövevénysza­vai (Slawische Lehnwörter der ungarischen Spache) (Bp. 1955) I: Abroncs (Passreifen), donga (Daube), ecet (Essig aus Wein bereiftet!), kacor (Winzermest­ser,) kád (Bottich), pince (Kelter). 60 Ebd. I, 58, 422. Die verhältnismässig grosse Zahl der slawi­schen Ortsnamen in Transdanubien, die sla­wischen Lehnwörter im Wortschatz des Wein­baus und dass sich der Weinbau des 11. Jahr­hunderts vornehmlich auf Transdanubien lo­kalisierte, verweisen darauf, dass sich die schon vor den Ungarn hier sesshaf ten Slawen auf den Weinbau verstanden hatten, dass fer­ner die Gegenden Transdanubiens, in denen im 11. Jahrhundert Ungarn und Slawen ge­mischt lebten, mit den Weinbaugebieten des 14. Jahrhunderts zusammenfallen, 61 diese Tat­sache begründen. Aus dem Gesagten wird klar ersichtlich, dass im Karpatenbecken unmittelbar vor der ungarischen Landnahme bereits Weinbau be­trieben wurde. Dies geht auch aus dem für kultische Zwecke beanspruchten Wein der „Conversio" angehörenden Kirchen hervor. 62 Zusammengefasst bedeutet dies, dass der Ursprung des Weinbaus im 10—11. Jahrhun­dert einesteils auf örtlichen Überlieferungen fusst, anderseits aber auf den vor der Land­nahme in Südrussland erworbenen Kenntnis­sen der Ungarn beruht. Nach Abschluss des Manuskripts erfuhren wir als Bekräftigung der Hypothese der Ab­handlung — aus dem Briefe M. Füzes's davon, dass in dem 19-ten Grabe des für das 6—7. Jahrhundert datierten Friedhofes Keszthely — Fenékpuszta „В" (Régészeti Füzetek 17/ 1964/33—34) auf dem ausgebranten Grabes­grunde ein Stückchen von Weinstockreben; im Laufe der 1964-er Ausgrabungen im 9-ten Grabe des Balatonszentgyörgy-er Friedhofes (Komitat Somogy) 8—9. Jahrhundert 2 Kerne einer kultur Weinstockart und in der nordlichen Wand des angebranten Hauses Nummer I. der IX — X Wohnsiedlung Szeger­dő (Komitat Somogy) Weinstockreben gefun­den wurden. Das paleo —botanische Material steht unter der Bearbeitung M. F. Füzes's, für die Überlassung der Daten zwecks Pub­likation sagen wir auf diesem Wege Dank. 61 Kniezsa, I., Magyarország népei а XI. század­ban (Die Völker Ungans im 11. Jahrhundert), SZIEK II, (Bp. 1936) Landkartenbeilage und Belényessy, M., op. cit. 19. Landkarte 1 . 62 A Magyar Honfoglalás Kútfői (Quellen der un­garischen Landnahme), ed. Pauler, Gy., — Szilágyi, S„ (Bp. 1900) 310—313.

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