Janus Pannonius Múzeum Évkönyve (1956) (Pécs, 1956)
Dombay János: A domolospusztai gót sírlelet
DIE GOTISCHE GRABFUND VON DOMOLOSPUSZTA 117 mit Nägeln, die man durch die Platte des Riemenbeschlages schlug (wie auch im Falle unserer Schnalle von Domolospuszta), und die früheren Ohren (Nagelstellen) wurden zu Zellen, also rein ornamentalen Elementen umgewandelt. An unseren Fibel und der Schnalle von Domolospuszta verwendete man die Zellen auch als organische Teile der Tierdarstellung (Vogelköpfe, Augen). In demselben Sinne können wir auch von den farbigen Steineinlagen, in Zusammenhang mit den Zellen, sprechen. Den Grund der Zellen, unter der Steineinlage, vergoldete man, um mit diesem Verfahren die Wirkung der Steineinlage zu steigern. Dieses Verfahren zeigt enge Verbindung mit dem früheren Gebrauch, als man unter den farbigen Stein ein wirkliches Goldplättchen legte. 12 An unserer Schnalle und der vollständigen Fibel von Domolospuszta sind kleine t mit Niello gefüllte Zellen, die mit Keilschnitt-Technik ausgeführt sind (die Nasenlöcher der Tiere), sowie auch prismenförmige Zellennachahmungen (die Nasenlöcher der Tiere auf den Fibelköpfen). Die mit getriebenen Punkten, oder Kerben versehenen Rippen und Ringglieder mit den Querschnitt eines verkehrten V. welche einzelne Teile des tierischen Körpers umrahmen und voneinander trennen sind Nachahmungen des gekerbten Drahtes. An den zwei Enden des Bügels der Fibeln, wendete man auch wirkliche, gekerbte Aufsätze aus Silberdraht an. Die aufgezählten technischen Charakteristiken, weisen auf den Gebrauch der griechischen Werkstätig aus der Pontusgegend, im III — IV. Jahrhundert v. Chr., hin, welcher Kunstgebrauch verschiedene .(skythische, griechische, kel-, tische, iranische und dakische), künstlerische Elemente und Züge in sich vereinte. 13 Unsere Funde von Domolospuszta, weisen auch wesentliche Abweichungen von den ursprünglichen Quellen auf. Dies hängt hauptsächlich mit den, durch die Ereignisse der Geschichte bedingten, Orstwechsel der Goten und der Einwirkung der neuen Umgebung zusammen, die auch auf ihr Kunstgewerbe nicht ohne Einfluss bleiben konnten. Den mit dem Fund von Domolospuszta in Verbindung bringbaren Denkmalstoff übersehend, scheint es, dass" der erste und zweite Schatz von Szilágysomlyó, den Höhepunkt der Macht und des Reichtums der Goten zeigt. 14 Im Falle beider Schätze sind wir Augenzeugen einer wahrhaft grenzenlosen Schwelgerei in Gold und Edelsteinen. Der Vorstoss der Hunnen und der Abbruch der Macht der Goten, verursachte den stufenweisen Verfall dieses Reichtums. 15 Ein bestimmtes Stadium dieses Verfalls zeigt auch unser Fund von Domolospuszta. Der engte und zweite Schatz von Szilágysomlyó besteht aus lauter Gold- und mit Goldplatte versehenen Silbergegeständein. Das Material der Schnallen und Fibeln von Domolospuszta, und derer,, die mit ihnen verwandt sind, ist dagegen Silber von schlechter Qualität. Im Vergleich mit den zweiten Schatz von Szilágysomlyó, ist die Stein-Einlagearbeit sowohl quantitativ als auch qualitativ ärmlicher. Dem Goldplattenbelag des zweiten Schatzes von Szilágysomlyó, entspricht hier, die viel bescheidenere Vergoldung. Mit diesem 12 Fettidíí N., A szilégyisoimlyói második kincs. A. H. VIII. S. 23., 53. 13 Fettich N., Régészeti tanulmányok, S. 26—27, M. Rostowtzeff, Sarmatskija i indoskitskija drevnosti, Recueil-Kondakov, 1926, S. 185. 14 N. Aberg, Die Goten und Lónigobarden in Italien. S. 14—15. N. Aberg. Die Franken und Westgoten in der Völkerwanderungszeit. 42., S. 66. Fettich N., A szilágysomlyói második kincs. S. 67—69. 15 L. Kovrig. I. z. W. S. 116. und Anm. 47.