Solymos Ede (szerk.): Studien zur europäischen Traditionellen Fischerei - Bajai dolgozatok 3. (Baja, 1976)
Gaál, Károly: Der Stand und die Zielsetzung der Fischerei-Forschung in Österreich
In Österreich gab es auf dem Gebiet der Fischerei bis jetzt keine systematische Forschung! Dieses Versäumnis findet dadurch seine Erklärung, dass sich die Volkskunde im süddeutschen Sprachraum von Anfang an mehr mit der geistigen Kultur beschäftigt hat, und man die materielle Kultur, vor allem jene Kulturen, die von derSammel- und Beutewirtschaft geprägt sind, arg vernachlässigte. Dabei müsste gerade Österreich als Forschungsraum zu systematischer Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Fischerei reizen. Österreich ist nicht nur Zentralgebiet der Alpenländer, sondern seine Grenzen umschliessen gleichermassen auch Hügellandschaften und Tiefebene (Östösterreich). Vom Steppensee angefangen bis zu den Gebirgsbächen könnten wir alle entsprechenden Formen, alle Möglichkeiten der Binnenfischerei, untersuchen. Jahrhundertelang war Österreich auch in der Vokskultur Vermittler zwischen Osten und Westen. Demnach Werden arbeitsmethodische und gerätetechnische Erscheinungen in der Fischerkultur bei deren Erforschung in Österreich vor allem unter diesem Aspekt angesehen werden müssen, weshalb wir in Österreich keine „nationale", sondern eine regionale Fischerei- Forschung innerhalb eines europäischen Forschungsrahmens für angebracht halten. Gab es bis in die jüngste Vergangenheit keine aktive und planmässige Fischereiforschung in Österreich, so wurde bis jetzt auch von vielen Fachleuten die Wichtigkeit einer solchen Forschungstätigkeit nicht erkannt bzw. unterschätzt. (Im Jahre 1966 wurde die überhaupt erste Vorlesung über traditionelle Fischerei an der Universität Wien gehalten.3 Während sie bei den Studierenden auf allgemein grosses Interesse stiess, war man auf seiten der Lehrenden eher der Ansicht , dass man „grössere Aufgaben" hätte.) In einem so wasserreichen Land wie Österreich, dessen Flüsse nach allen Himmelsrichtungen flissen, und das meinem Wissen nach das forellen reichste Land Mitteleuropas ist, gibt es beispielsweise über die Forellen - Fischerei nur einige kleinere Arbeiten, die zumeist nicht einmal den Fachleuten bekannt sind. — Wir wissen, dass seit jeher die Fischereigeräte und Fangmethoden ständig und unkontrollierbar auf der Donau wanderten Die Fischerei auf den Nebenflüssen der Donau wurde durch diese Wanderung der spezifischen Erscheinungen entscheidend beeinflusst, soweit es geographische und hydrographische Verhältnisse erlaubten. In welcher Weise einzelne Faktoren die Formen der Fischerei bestimmen können, soll anhand eines Beispiels beleuchtet werden. ;s GAAL 1900 7 Studien zur Fischerei 97