Solymos Ede (szerk.): Studien zur europäischen Traditionellen Fischerei - Bajai dolgozatok 3. (Baja, 1976)
Solymos, Ede: Die südslawischen Beziehungen der ungarischen Donaufischer
rumänischen Art, ein vollsohliges Quackholz zusammengebunden anzuwenden, ab. Wieso das so ist, das ist eine Frage, die noch nicht geklärt ist. Die Frage der verschiedenen Benennung erweckt einige Aufmerksamkeit. In der russischen Sprache ist unter anderem der Name kink oder klokusa üblich. Die Ähnlickeit mit dem rumänischen kloc oder klónk deutet auf rumänischen Ursprung dieser Benennung hin. Bei den serbischen und kroatischen Fischern ist bucka buckalo, buckalka und buckasica üblich. Die Wortwurzel but y (butj) steckt also sowohl in der ungarischen also auch in der serbokroatischen Bezeichnung für das Quackholz. Aber es handelt sich dabei nicht nur um einen Fachausdruck in der Fischerei, sondern im normalen Sprachgebrauch kann ”butj” auch anderes bedeuten, nähmlich soviel wie ’’Butter schlagen”, ’’hinunter hopsen” und ’’patschen”. Es handelt sich also um ein lautmalerisch gebrauchtes Wort. Nun stellt sich die Frage welches Volk das Wort samt Fischereigerät übernommen hat, oder ob das Wort allein übernommen und späte)' auf das Gerät angewendet wurde. Die Magyaren dürften das Gerät selbst noch vor der Landnahme in der Wolganegend kennengelernt haben.3 4 Eine andere Art des Angelns ist das Fischen mit der Grundangel, die ein allgemein verbreitetes Gerät ist und in ganz Europa verwendet wird. Die Angeln werden an einer manchmal einige hundert Meter langen Hauptschnur mit vielem 20—30 Zentimeter langen Vorfach befestigt. Bei den meisten Donaufischern wird sie spékli genannt. Dieser Ausdruck wird aber auch für andere Schnüre, mit denen man ganz einfach etwas festbindet, benützt. Dem Klang entsprechend deutet diese Benennung auf deutschen Ursprung hin, und so erscheint die Benennungsvariante pékli als Verballhornung des Namens spékli. Der Weg dürfte jedoch umgekehrt gewesen sein, denn die serbische Bezeichnung putila oder petlja und die rumänische Bezeichnung petile deuten darauf hin, dass aus diesen Formen bei den deutschen Donaufischern in der Bácska das Wort spékli geworden ist.1 Auch bei der Verbreitung verschiedener Reusenformen ist südslawischer Einfluss anzunehmen. Die genetzte Reuse zählt zu den allgemein gebräuchlichen Fischereigeräten. Das für sie gültige Fangprinzip lässt sie zu den ältesten Geräteformen überhaupt zählen. Die heute in Ungarn gebräuchlichen Netzreusen sind aber unserer Meinung nach — entgegen der Auffassung JANKÓS — nicht ein so alter Gerätetyp. Nach den uns zur Verfügung stehenden Angaben ist die Netzreuse in Ungarn erst in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts allgemein in Gebrauch gekommen und löste so die 3 ANTIFA 191«. 303. DKOBN.TAKOVIC 1934. 24. CVAR 1914. 14 4 SOLYMOS 1905. 100—108. 67