Solymos Ede (szerk.): Studien zur europäischen Traditionellen Fischerei - Bajai dolgozatok 3. (Baja, 1976)

Luts, Arved: Über die Erforschung des volkstümlichen Fischfangs in Estland

dataillierte Schilderungen bestimmter Gegenden, z.B. über den Vorts­­järv, das Gebiet um Haapsalu und die Nordküste dem Museum zugekommen. Gleichzeitig mit der systematischen Sammeltätigkeit des Museums ab den 20er - Jahren setzte die ethnographische Publikationstätigkeit in bezug auf die Fischerei ein. Seit 1925 erscheint der Sammelband „Eesti Rahva Muuseumi Aastaraamat” (= Jahrbuch des Estnischen National­museum), heute: Etnograafia Muuseumi Aasrtaraamat” (= Jahrbuch des Ethnographiemuseum). Im ersten Jahrbuch wurde eine Übersicht von G. VIL BASTE über die ehemalige Fischerei an der estnischen Nordküste publiziert®, ferner eine Reihe von Beiträgen über verschiedene Fangme­thoden und Fanggerätschaften der Binnengewässer von MANNINEN7 und RÄNK8, über einen steinzeitlichen Netzfund9 und über mittelalterliche Fanggründe10. F, LINNUS beschrieb die Fischerei und den Krebsfang bei den auf der Halbinsel Kuramaa (Lettland) lebenden Liven11. Die erste Zusammenfassung über die Fischerei bei den Esten erschien 1931. Sie wurde von I. MANNINEN in ,,Die Sachkultur Estlands I” darge­stellt. Mehr als die Hälfte dieses Werkes ist als ein ganzes Kapitel der Fische­rei gewidmet. Es beruht auf der Auswertung der damals bereits reichhalti­gen Museumsbestände und auf von MANNINEN selbst bei Terrain­arbeiten gesammelten Materialien. Das Kapitel wird mit einer kurzen Über­sicht der Geschichte des Fischereirechtes eingeleitet. Es folgen Angaben über den im vorigen Jahrhundert wuchernden Raubfang und über die Komis­­sion V. BAERS. Des weiteren wird die Aufmersamkeit auf die Fangwan­derungen nordwestrussischer Fischer in estnischen Gewässern gelenkt und dieser Umstand als Hauptfaktor dafür bewertet, dass bei den Esten die weite Verbreitung russisch beeinflusster Fanggerätschaften festzustellen ist. Das unmittelbar den Fischfang betreffende Material ist nach Fangarten systematisch geordnet, angefangen von den primitiven Betäubungsschlägen und dem Fang mit Fischspeeren bis zu verschiedenen Sperr- und Reusen­fangmethoden. Abschliessend werden einige Angaben über Fanggeräteschup­pen, über die Haltbarmachung von Fischen durch Trocknen und Räuchern angeführt. MANNINEN war jedoch nicht nur bestrebt, eine Schilderung der mate­riellen Kultur zu geben, sondern auch die kulturellen Beziehungen zu erfassen. Bei der Beschreibung von Fanggerätschaften und Fangmetho­­« 6 WILBERG 1925. S. 118—127. 7 MANNINEN 1931. S. 41—40. 8 RÄNK 1931. S. 81—87. RÄNK 1933. S. 100—111 9 INDREKO 1932. S. 48—07. 10 LAAKMANN 1939. S. 112—119. 11 LEINBOCK 1929. S. 109—154. 106

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