Solymos Ede (szerk.): Studien zur europäischen Traditionellen Fischerei - Bajai dolgozatok 3. (Baja, 1976)

Luts, Arved: Über die Erforschung des volkstümlichen Fischfangs in Estland

verschiedene Lebenserscheinungen, in erster Linie über Erwerbstätigkeiten und die materialle Kultur zu sammeln. Dabei wurde systematisch vorgegan­gen. Jede Forschungsgruppe bekam ein Kirchspiel, als eine seit alters her bestehende territoriale Einheit als Forschungsgebiet zugeteilt. Die Ergeb­nisse der Befragungen und lokalen Beobachtungen wurden als ,,Kirch­spielübersichten” aufgezeichnet und dem Ethnographie - Archiv des Mu­seums eingegliedert. Viele dieser Übersichten enthalten Angaben über die Fischerei. Das Museum organisierte aber nicht nur die Sammelexpeditionen seiner Mitarbeiter und Stipendiaten, sondern trug auch unter Mithilfe der gesamten Bevölkerung Material zusammen. Zuerst wandte man sich mit einfacheren Fragen an Schulen, worauf zahlreiche Antworten aus ganz Estland einliefen. Ab 1931 funktionierte bereits ein Mitarbeiterstab, der aus ortsansässigen Enthusiasten aufgebaut war. Diese Lokalkorresponden­­ten haben im Laufe der Jahre eine riesige Stoffmenge für das Museum zusam­mengetragen. Zur Zeit umfassen die Beschreibungen mehr als 160 000 Seiten. Der Wert des von den Korrespondenten und den Schulen gelieferten Materials besteht vor allem in seinem Umfang. Die grosse Nachrichtenzahl vermittelt eine gute Übersicht von der geographischen Verbreitung ver­schiedener Erscheinungen, denn die Feststellung der Verbreitung ethnographi­scher Erscheinungen und Gegenstände war eine der Hauptaufgaben bei der ganzen Aktion. Die ersten Fragebogen erbaten von den Korrespondenten Angaben zu ein­igen Details der Fischerei. G. RANK stellte 1933 einen umfangreichen Fra­genkatalog zur Fischerei zusammen. Nach diesem 130 Punkte umfassenden Programm wurde Material in gazn Estland gesammelt. Der Ermittlungs­schwerpunkt lag auf den Fanggerätschaften und Fangmethoden. Einige Fra­gen betrafen die organisatorische Durchführung des Fangs und des dazuge­hörigen Brauchtums. Das Programm war in der Hauptsache auf Binnen­gewässer - Forschung zugeschnitten. Charakteristiken der Meeresfischerei (z. B. die zahlreichen Fangarten mit Stellnetzen )wurden kaum erfasst. Die Materialsammlung zur Fischerei wird auch unter der Sowjetregierung in ähnlicher Weise fortgesetzt. Vom Verfasser dieses Beitrages wurde im Jahre 1959 ein spezieller Fragebogen zur Saisonfischerei für die Lokalkorres­pondenten zusammengestellt. Im gleichen Jahr wurde erstmals eine neue Methode der Datenerhebung eingeführt: es wurden Preisauschreiben zum Sammeln ethnographischen Materials veranstaltet. An .solchen Preisaus­schreiben beteiligen sich Heimatforscher, die vielfach auch ständige Korres­pondenten des Museums sind. Es kommen jedes Jahr recht solide und gründ­liche Arbeiten zustande. Über die Fischerei sind auf diese Weise mehrere 105

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