Solymos Ede (szerk.): Studien zur europäischen Traditionellen Fischerei - Bajai dolgozatok 3. (Baja, 1976)

Gaál, Károly: Der Stand und die Zielsetzung der Fischerei-Forschung in Österreich

Es wird sich wahrscheinlich als notwendig erweisen, diese Gruppen weiter zu unterteilen, um die soziale Ordnung der Geräte innerhalb der Geräte­gemeinschaft besser erfassen zu können. Die Gerätegemeinschaften stehen in mehrfacher Beziehung zur Arbeits­gemeinschaft, zur Arbeitsorganisation der Menschen. Oft bestimmte die Gesetzgebung die Arbeitsgemeinschaften hinsichtlich ihrer Organisation, oft spielte die Eangtechnik eine entscheidende Rolle, manchmal wiikten sogar beide Bestimmungsfaktoren zusammen. Der Faktorenkomplex in seiner Gesamtheit war aber schon immer Voraussetzung dafür, dass ein Mensch von Geburt an in die Fischerei hineinwächst, traditionell gewor­dene Erscheinungen übernimmt, weiterentwickelt und seinerseits tradiert. Die Rechtsformen, die für die Fischerei allgemein gelten, bei der traditio­nellen Grossgerätefischerei jedoch gravierende Bedeutung hatten, entstan­den aus wirtschaftlichen Gründen. Im Hintergrund stand ein auf Gewinn bedachter Wasserbesitzer. Die Gesetzesbasis waren der Eigenbedarf der Besitzenden und der Untertanen, die Marktverhältnisse und die damit zusammenhängende Wirtschaftsplanung. Dementsprechend waren Geräte und Arbeitsgemeinschaften auf Produktion ausgerichtet, solange sich der Bedarf nicht grundlegend änderte. Geräte, Fangtechnik und Arbeitsgemeinschaft bilden also eine Einheit, Vernachlässigen wir auch nur einen Faktor, so schaffen wir uns falsche Bilder. Historische Abläufe, die Berufsstruktur der Gesamtvölkerung einer Land­schaft und die geographische Gegebenheiten letzterer bedingen verschiedene Organisationsformen und Gruppierungen der Fischer, welchen die Benütz­ung ganz bestimmter Geräte und die Anwendung ganz bestimmter Fang­techniken entspricht. So müssen wir unterscheiden: Berufsfischer (der Fischfang stellt das Haupteinkommen dar, Verwen­dung von Grossgeräten, eigene Fischerkultur); Gelegenheitsfischer (Saisonfischer, fischender Bauer, Schwarzfischer, der Fischfang ist Nebeneinkommen, kleinere oder Kleingeräte, Bauern-, Fischer­oder andere Kultur) ; Sportfischer (nur Kleingeräte, von verschiedenen Berufen geprägte Kultur, Hobby-Ausbildung). Die Volkskunde—und so auch die Forschung zur traditionellen Fischerei — untersucht in erster Linie die überlieferten Erscheinungen. Der Mangel an historischer Betrachtungsweise macht sich besonders hinsichtlich des Wassers, des Lebensraumes des Fischers bemerkbar. Die Gewässer haben 100

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