H. Tóth Elvira - Horváth Attila: Kunbábony (Kecskemét, 1992)
III. Die Requisiten und Rekonstruktion der Bestattung
Abb. 18 Tabelle der Amphorentypen (Kusmanov) nicht zuletzt den stark abgerundeten Standflächenteil mit dem kleinen, zentralen Buckel. Auf ähnliche Art verbreitet ist die unter dem Henkel beginnende und die Schultern breit bedeckende Wellenlinien- Kamm-Verzierung, die von eingeglätteten Kannelu- ren abgeschlossen wird. Mehrere Elemente dieser charakteristischen Züge finden wir bei verwandten Funden häufig gemeinsam, ein in jedem Detail übereinstimmendes Stück jedoch ist uns nicht bekannt. Gerade deshalb können wir im Zuge unserer Untersuchung in erster Linie nur die vollständigen Exemplare vergleichen. An erster Stelle in der Reihe der Analogien muß hier auf die Exemplare verwiesen werden, die im Museum zu Varna zu finden sind.44 Hinsichtlich ihrer Maße stellen sie mit ihrer Höhe zwischen 58-62 cm, ihrem Durchmesser zwischen 45—48 cm und ihrem Öffnungsdurchmesser um 11,5 cm gleichsam eine genaue Analogie zu den Maßen der Amphore von Kunbábony dar (Abb. 17. 1-2.). Auf ihren Schultern haben sie breitere oder schmalere Wellen- linien-Kamm-Verzierungen. Als die Spur einer Abweichung können wir lediglich erwähnen, daß das Halsteil niedriger, die Wellenlinienverzierung etwas schmaler und der Bodenbuckel nicht immer ausgeführt ist.45 Die typologische und chronologische Systematisierung der frühbyzantinischen Amphoren des 4.-6. 44. MINCEV: 1982, 275, 281. Taf. V. 49-52. 45. CONDURACHI: 1954, 455-458, Abb. 383. Der Autor datiert die Amphoren in das 6. Jh. MINCEV: 1982, Taf. V. 52. Jh. wurde von Kusmanow auf der Grundlage der Funde aus der Balkan-Halbinsel sowie der nördlichen Schwarzmeergegend vorgenommen. Die mit dem Fund von Kunbábony verwandten kugelbauchigen Amphoren ordnet er dem XIX-XX. Typus seines Tabellenwerkes zu und datiert sie an das Ende des 6. bzw. das 7. Jh.46 In seiner mit etlicher Abstraktion gefertigten Typentabelle konnten wir kein Exemplar finden, das dem von Kunbábony und den bulgarischen etc. entsprechen würde.47 Ebenfalls eingehend befaßt sich mit der frühbyzantinischen Keramik der Schwarzmeergegend Skorpan. Er stuft die kugelbauchigen, leicht schmaler werdenden Amphoren mit rundem, glatten oder in einem kleinen Knopf endenden Boden aufgrund der von ihm klarer umrissenen Typologie beim Typ Vll/A ein, in dessen Rahmen er sogar drei Typenvarianten unterscheidet. Die Funde datiert er zum Großteil in das 6. bzw. 7. Jh.48 Ausgehend vom Fundgut der byzantinischen Festung latrus-Krivina und deren frühmittelalterlicher Siedlung, aber beinahe auf der Grundlage des gesamten Materials der ostbalkanischen und Schwarzmeergegend hat B. Böttger unter anderem die Amphoren46. KUSMANOW: 1973, 19. 47. SCORPAN: 1977, a, 296. H. TÓTH: 1986 a 48. SCORPAN: 1973, Abb. 36. 3, SCORPAN: 1975 a, 296. SCORPAN: 1976, Typ VII A 3, 4, 7, 8, Taf. XXI. 7. SCORPAN: 1977, a, 296. 65