H. Tóth Elvira - Horváth Attila: Kunbábony (Kecskemét, 1992)

III. Die Requisiten und Rekonstruktion der Bestattung

Istambul, 2. Varna, 3-4. Histria, 5-7. latrus-Krivina, 8. Yassi Ada (Hautumm) typen systematisiert. In seinem typologischen System ordnete er die großen - sogar eine Höhe von 70 cm erreichenden — Amphoren (Abb. 19. 5—6.) mit Trichteröffnung, dem Hals in Form eines abgeschnit­tenen Kegels, ovalem oder kugeligen Bauch und ab­gerundetem Boden mit Knopf dem Typus 1/1 zu. Innerhalb des Grundtyps definierte er - zum Teil auf stratigrafische Beobachtungen gestützt - aufgrund der Schulterverzierungen vier (A-D) Perioden der Verzierungs- und kaum wahrnehmbaren Formvaria­tionen.49 Seiner Einteilung zufolge beginnt in der Periode D die Verzierung der Schultern und des Bauches mit Wellenlinien sowie die Verkleinerung, Nicht-Profilie­rung und Verflachung des Bodenknopfes. Das von ihm vorgestellte unversehrte Exemplar gehört ohne nähere Altersbestimmung in die Periode C.50 Die Periode D und die Charakteristika der Weiterent­wicklungen des Typus im 7. Jh. skizziert er, indem er den breiteren Kreis der Funde aus der Pontus-Gegend einbezieht. Diese sind vom Gesichtspunkt der Datie­rung bedeutend, und die Verwendung des Typs im 7. Jh. wird von den auf ihren Schultern mit Kammver­zierungen versehenen Amphoren belegt, die in gro­ßer Zahl in einem Schiffswrack bei Yassi-Ada (Bo­49. BÖTTGER: 1982, 38-41. 50. BÖTTGER: 1982, 16-17, Kat. Nr. 220. drum) gefunden wurden (Abb. 19. 7-8.). Die Schiffsla­dung bestand aus rund 1000 Stück in der Mehrzahl diesem Typus zugehörenden Amphoren, mit denen zusammen man unter anderem auch 4 Stück bis 641 datierbare Heraclius-Goldmünzen fand.51 Gute Parallelen zu unseren einheimischen Ampho­ren - darunter auch der von Kunbábony — publiziert Jakobsson mit seinen Funden des 5-7. Jh. aus den Zisternen des Hafenviertels von Hersonnesos, und eine nahverwandte zu Kunbábony aus Olbia.52. W. Hautumm, der sich mit den im östlichen Bek- ken des Mittelmeeres, in der Aegäis und in der West­region des Mediterraneums gleichermaßen in gro­ßer Zahl vorkommenden kugelbauchigen Amphoren befasste,53 nahm den unfangreichen Amphorenfund, der im Tunnel der Wasserleitung von Samos und vor allem in dessen Zisternen erschlossen wurde, zum Ausgangspunkt seiner Studien (Abb. 20. 1-2). Der 51. BASS: 1962, 545, Abb. 6a. Die Angabe ist mir aus der Arbeit von W. Hautumm, 1981 bekannt (s. Abb. 59), die zitierten Publikationen G. F. BASS 1962 bzw. 1971, 27-38, Taf. 3. hatte ich keine Celengenheit, zu überprüfen. 52. JAKOBSSON: 1979,14, 3, Abb. 3-4, Abb. 2, 8. Für die Angabe danke ich meinem Lektor István Bóna. 53. HAUTUMM: 1981, Abb. 17, Kat. 1. Auf das Werk, das bei uns nicht zugänglich ist, machte mich Tamás Bezeczki aufmerk­sam, dem ich für seine freundliche Hilfe auch auf diesem Wege herzlich danken möchte. 66

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