Levéltári Közlemények, 74. (2003)
Levéltári Közlemények, 74. (2003) 1–2. - FORRÁSKÖZLÉSEK - Tuza Csilla: Egy miniszteri biztos jelentése Zemplén megyéről 1850-ben / 269–299. o.
287 Tuza Csilla: Egy miniszteri biztos jelentése Der Bauernstand hat sich im Háublichen gehoben; besonders das weibliche Geschlecht beginnt sich besser zu kleiden. Tausende Blossfússen habén sich mit den eleganten Stiefeln, die auf den Márkten ganze Gássen füllen, bekleidet. Schnittwaren und gröbere Gattungen Tuch gehen reissend ab, selbst die Schminke der Apotheken hat grossen Absatz. Das Selbstgefühl der Landwohner ist überall erwacht, sie sind durch das, was in den lezten Jahren vorging, zum Bewusstsein gelangt, sie verlangen Rechtsschutz. In keinem der von uns bis jetzt besuchten Komitate tritt diese Erscheinung so sittlich hervor, denn es war auch der Druck hier ein bedeutender. Die Leute arbeiteten unter verschiedenen Titeln die ganze Woche „Durch die Woche Arbeit, Sonntags Botengang" ist ein Spruchwort unter dem Landvolke. Die slawische Bevölkerung vvurde unaufhörlich gezüchtigt, sie figurierte als Pariasstamm, bei dessen harter Behandlung auch noch der Spott hinzukam. Bei Weinlesen pflegte man einen Slowaken ins Fass zu thun, und vom Berge herabzurollen. Stuhlrichter heisst in der Volkssprache bida Drangsal. Der Stuhlrichter kommt ins Dorf heisst bei den Leuten: „Die bida do sela." Viel böses Blut machten die rücksichtslos volízogenen, das Beistzrecht ignorierenden, den Weidegenuss schmalernden, die Qualitát der Grundstücke ausser Acht lassenden Kommassationen. Die Viehzucht vvird im Zempliner Komitat mit bestém Erfolge getrieben. In der Landschaft Bodrogköz gibt es einen ungemein schönen Schlag Hornvieh, das auf den Markten von Varanó und Nagy-Mihály prangt. Im Norden des Komitats hat man jederzeit bei 2000 Stück Mastvieh in den Stollungen. Bei den grösseren Herrschaften beginnt bereits die Zucht von Schweizervieh. Die zunehmende Viehzucht wird dem Ackerbau wegen des damit verbundenen Düngers sehr bald einen namhaften Vorschub leisten. Sehr bedeutend ist die Zucht des Brostenviehs, vvovon die weisse, schnell fett werdende, dann die schwarze am meisten vorkommt und einen ausgebreiteten Handelsartikei bildet, der nach dem Inneren des Landes und nach Galizien abgeht. Im Norden des Komitats blüht die Schafzucht. Man kauft im Frühjahr Schafe in Siebenbürgen. weidet sie über den Sommer aus, und verkauft man besonders in die Zips. Es mögen bei 20 000 Schafe jahrlich diesem Schicksale unterliegen. In den Gebirgen kommen sehr haufig Bárén vor, die mit Schwarzwild, Hirschen, Wölfen, Dachsen, vvilde Katzen, Auerhühnem, Hasel- und Repphühnern ein ganzes Paradies fúr einen Jáger von Profession bilden. In der sumpfigen Landschaft Bodrogköz gibt es Schaaren Wasservögel, die Theiss und Bodrog hat die herrlichsten Fische. Es sind dórt Ortschaften, die aus dem Fischhandel jahrlich bei 20 000 f ziehen. In geognostischer Beziehung ist das Komitat keineswegs arm. nur ist es vvenig erforscht. Nach dem, was uns darüber eröffnet wurde, hat es Gold im Porphyr und Kies, Quecksilber aus Schwefel und Zinober und in tropfbarem Zustand, allerlei Eisenerze, Alaun in Schiefer, Kaik, Gyps, Steinöhl, Spath, allerlei Porphyre, Glimmer, Speckstein, Glanzkohlen, Braunkohlen und Bituminöhn, Schieferkohlen. Auch gibt es máchtige Salzquellen bei Sókút und Izsép, Sauerwasser bei Bisztra und Kelese, warme Schwefelquellen in Szerencs und Rekecs, eine Alaunquelle in Erdőbénye. Bei Szécs ist eine petrifizirende Quelle. In den Szinnan-Bergen findet man schöne Jaspisse, Obsidiaun, Karniol, Saphir, Ahate, Porzellanerde, Chalzedoun, Marmor verschiedener Gattungen, sehr guten Töpfer- und Pfeifenlehm. Zu Josephsthal bei Szinna besteht ein schönes gut vervvaltetes Eisenwerk, der Familie Rholly gehörig, welches jahrlich bei 8000 Centner Roheisen erzeugt. Zu Gross-Kemencze und Alsó-Jablonka sind kleine Frischfeuer. Man verwaltet daselbst auch Zipser Roheisen. Der Bergbau ware hier einer sehr grossen Erweiterung íahig, alléin es scheint hier kein Genius des Bergfachs zu walten, so wie überhaupt die Intelligenz des Komitats seit jeher sich mehr auf dem Felde der Politik bewegt hat. Kossuth ist ein Zempliner Komitatskind. Die Gewerbe habén hier ganz den Charakter der übrigen Komitate, man trifft überall die gevvöhnlíchen Handvverker an. Gewöhnlich vereinigen sich mehrere Gewerbe in einer einzigen Zunft. Es gibt im Komitat einige Zündhölzerfabriken. Zu Gross-Kemencze besteht eine Papiermühle. Die grösseren Ortschaften insbesondere Ujhely habén Schnitt- und Spezereivvaarenhandlungen.