Levéltári Közlemények, 56. (1985)

Levéltári Közlemények, 56. (1985) 1. - FORRÁSKÖZLÉS - Soós István: Hajnóczy József és Cornides Dániel levelezése / 97–124. o.

Hajnóczy József és Comides Dániel levelezése 121 meine Erwartung. Nie werde ich diesen so schönen Zug in Ihrem edlen Character vergeßen, nie aufhören Sie als den würdigsten Mann, und als meiner vorzüglichsten diplomatischen Wohlthäter dankbar zu verehren. Die Nachricht, die Sie mir von Ihrer Verwendung bey Herrn von Petrovich, und deren glücklichen Wirkung geben, überrascht mich auf die angenehmste Art. Ists möglich? Haben Sie Herrn von Petrovich durch Ihren gütigen Furspruch wirklich bewogen, mir sowohl die Kertselichische als auch seine eigne Urkun­densammlung mitzutheilen, und die mir zu wählenden Stücke für mich auf meine Kosten abschreiben zu lassen ? Tausend Dank sey Ihnen dafür gezollt. Sie haben mich dadurch einen gegründeten Anspruch auf meine ewige Erkenntlichkeit erwerben ! Ihrem freund­schaftlichen Rathe zu folge schrieb ich mit verwichener Post einen lateinischen Brief an Herrn von Petrovich, vorinnen ich mich auf Sie berief, ihm für sein gütiges Verpsrechen auf das allerverbindlichste dankte, und ihn um die Erfüllung seiner Zusage recht inständig bath, zugleich aber mich zum Ersatz aller Schreibkosten verpflichtete. Auch wünschte ich ihm Glück zu seinem vorhabenden wichtigen Werk das Ungrische Staatsrecht betreffend. Meinen Brief addressirte ich nach Agram, in der Vermuthung, daß man ihn dem Herrn von Petrovich nachschicken werde, im Fall dieser Herr sich etwa schon in Wien befinden sollte. Musensitz besitzt alle mögliche Bequemlichkeiten zum Studieren, so daß wer hier nicht gelehrt wird, sich es bloß selber zuzuschreiben hat. Ausser einer großen Anzahl der grösten Männer in allen nur ersinnlichen Wissenschaften, hat Göttingen eine Bibliothek, deren Gebrauch einem jeden frey steht. Man kann alle Bücher, die man nur immer verlangt, nach Hause auf die Stube bekommen, und braucht jemand ein Werk, das etwa nicht vor­handen wäre, so darf man es nur 9G melden, und also gleich wird es angeschaft. An der An­zahl der Bände giebt die hiesige Universitätsbibliothek der Kayserlichen in Wien wenig oder nichts nach, und an Brauchbarkeit ist sie ihr meines Erachtens allemahl vorzuziehen. Diese, und noch mehrere andere Vorzüge, wodurch sich Göttingen vor allen übrigen Uni­versitäten auszeichnet, machen, daß ich diesen Ort sehr ungern verlassen werde. Und gleichwoll muß ich mich schon zu Anfang des Octobers dazu entschliessen, oder wohl noch eher, damit ich zu rechter Zeit in Pest eintrefe. Wenn ich bis dahin noch ein Paar Briefe von Ihnen erhielte, so würden Sie mir dadurch einen wesentlichen Freundschaftsdienst erweisen: denn Sie können es nicht glauben, wie sehr ich mich freue, so oft ich ein Schrei­ben von Ihnen zu empfangen das Vergnügen habe. Schon der erste Anblick Ihrer mir be­kannten Handschrift auf der Addresse bringt die seeligsten Empfindungen in meiner Seele ferner. Eines aber muß ich mir bey Ihnen ausbitten. Es bestehet darinnen, daß Sie mir einige von vaterländischen Angelegenheiten, die Sie mir eröfhen zu dürfen glauben, mit zu theilen belieben, hauptsächlich aber daß Sie mich von der jedesmahligen Lage Ihrer eigenen Umstände benachrichtigen. Sie wissen, daß ich an allen, was Sie theuerster Freund angeht, den aufrichtigsten Antheil. Daß dieser Herr eine so vortheilhafte Meinung von mir hegt, als Sie mir zu berichten belieben, das hätte ich in der That nie gedacht. Er urtheilt von mir gütiger, als ich es verdiene. So wenig ich übrigens von Eigensliebe einge­nommen bin, so kann mir doch der Beyfall eines verdienstvollen Mannes, wie Herr von Petrovich ist, nicht gelichgültig seyn. Er muß mir zur Aufmunterung dienen, mich hie­führo zu bemühen, seinen Vorstellungen, die er sich von meinen Fähigkeiten macht, ei­nigermassen zu entsprechen. Sie haben mir eine rechte Freude verursacht durch die Be­kanntmachung der Gesinnungen des Herrn von Petrovich in Ansehung meiner Wenigkeit. Wie sehr würden Sie mich verbunden haben, wenn Sie mir noch außer diesem einige vater­ländische Neuigkeiten geschrieben hätten ! An Stofe konnte esjlhnen gewiß nicht fehlen, zumahl da Sie einen Posten bekleiden, der Sie in den Stand setzt, Ihre Nachrichten aus sichern Quellen zu schöpfen? Und ich bin zu sehr Patriot, als daß mich vaterländische Vorfälle, so unerheblich sie auch sonsten seyn können, nicht äusserst interessiren sollten. Nun erfahre ich aber hier in Göttingen von Ungarländischen Neuigkeiten eben so wenig, als wenn ich mich in Californien befände. Nur dieser einzige Umstand macht mir meinen hiesigen Aufenthalt etwas unangenehm. Sonst bin ich mit Göttingen so zufrieden, als ich es vielleicht mit keinem Ort in der Welt seyn würde. Göttingen ist unstreitig eine der ersten Universitäten, ich will nicht sagen in Deutschland, sondern vielleicht in ganz Europa. Sogar auswärtige Professores kommen hierher Studierens halber. So kenne ich, zum Beyspiel, einen Heidelberger und auch einen Oxford er Professor, die hier Collegia hören. Der hiesige nehme, und das auch die geringsten Kleinigkeiten, die einen Bezug auf Sie haben, mir allemahl wichtig sind. Wenn Sie mich mit Ihren Briefen in Zukunft beehren werden, so bleiben Sie auf Ihre Adresse folgendes zuschreiben: par Vienne, Franco Nurem­berg, ä Göttingen. Die beygeschriebenen Worte: Franco Nuremberg 97 erspahren mir Itt egy szót: zu Comides kihúzott. Cornides kiemelései.

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