Levéltári Közlemények, 51–52. (1980–1981)
Levéltári Közlemények, 51–52. (1980–1981) - FORRÁSKÖZLÉS - Fábiánné Kiss Erzsébet: Duschek Ferencnek az 1848–1849-i működéséről az osztrák bíróság számára írt összefoglalója, 1850 / 267–312. o.
Duschek Ferenc 1848-18494 működése 309 Der Sturz Kossuths, und die Übertragung der Macht an Görgey lies an mich nicht zweifeln, dass das Revolutionsdrama bald abgespiel[t] seyn werde; mit erleichtertem Herzen eilte ich daher nach Arad. Dort nach 10 Uhr Nachts angelangt suchte ich sogleich den Görgey auf; ich fand ihn umgeben von seinem gesamten Generalstab frohen Muthes beim Nachtessen, und erhielt die Weisung nach Világos zu gehen, wohin die ung[arische] Armee um 11 Uhr aufbrechen werde. In der Lage, in der ich mich befand, erübrigte mir nicht anders, als dieser Weisung Folge zu leisten. Da ich in Radna und Lippa den grössten Theü meiner Beamten, und Effekten zurückgelassen habe, so kehrte ich dahin in Begleitung des mir beigegebenen Obersten Molnár noch in der Nacht zurück. Früh Morgens dort angelangt intendirte ich das Amtspersonale mit den Wertheffekten nach Világos, ordnete die Bezahlung des Arbeitspersonals an, und verfügte, dass sämtliche Akten, Rechnungen, und Utensilien dem Lippaer Salzamte zur Aufbewahrung übergeben werden; hierauf trat ich selbst mit Molnár die Reise nach Világos an. Bei meiner Ankunft daselbst am ^I 011 ] Vormittags erhielt ich die Weisung: von der vorhandenen Baarschaft nur so viel zurückzubehalten, was zur Berichtigung der an mich unmittelbar zu verweisenden Zahlungen, und Geldverwechslungen erforderlich seyn wird, das Übrige aber an die Armeeintendatur zur Bezahlung des seit Wochen rückständigen Soldes der Armee abzugeben. Die Intendatur hat nur den geringen Vorrath an kleinen Geldnoten, dann das geprägte Gold und Silber behoben, die grossen Geldnoten jedoch zur Berichtigung anderer Forderungen zurückgelassen. Obwohl ich mit Görgey in demselben Hause bequartirt war, so konnte ich doch mit ihm nur einmal, und das auch nur in Gegenwart seiner Umgebung sprechen, von ihm selbst daher über seine Absichten nichts erfahren. Ich war den ganzen Tag mit der Realisirung der an mich gewiesenen Zahlungen, und Geldverwechslungen beschäftiget, und wusste nicht, was in dem Hauptquartier des Görgey vorging. Abends hörte ich, dass Görgey mit russischen Parlamentärs viel verkehrt, und den Entschluss gefasst habe, den 13 ten mit seinen Truppen in der Absicht aufzubrechen, um sich an die Russen zu ergeben, dass ihm ferner Tags darauf auch die in Világos zahlreich versammelten Civilindividuen folgen, und sich unter russischen Schutz begeben werden. Seit vielen Monaten das Erstenmal in der Lage, frei zu handeln, fasste ich den Beschluss, diesem Zuge nicht zu folgen, sondern diese langersehnte Gelegenheit zu benützen, unter die Bothmässigkeit der rechtmässigen Regierung mich zu begeben, von der mich die unüberwindliche Macht der Verhältnisse, und Gewalten wider meinen Willen physisch getrennt hatte. Der Entschluss GÖrgeys, sich an die Russen zu ergeben, machte mich in meinem Urtheile über ihn wanken; ich besorgte bei ihm in der Ausführung meines Vorhabens auf Hindernisse zu stossen, vermied es daher, mit ihm vor seinem am 13 ten gegen Mittag erfolgten Ausmarsche zusammen zu kommen. So wie er sich aber entfernt hatte, sezte ich von meinem Beschlüsse die einstweilen noch in Világos zurükgebliebenen ansehnlichem Civilindividuen in Kenntniss, indem ich ihnen die Gründe offen darstellte, die mich verpflichteten, mich von ihnen zu trennen. Auf Csányis Wunsch willigte ich jedoch ein, früher keine Schritte zu thun, bis sie Világos nicht verlassen haben. Den 14 teft zeitlich früh habe ich mein Amtspersonale zusammenberufen, und demselben meinen Beschluss mit wenig Worten mitgetheilt, dabei Jedem freigestellt, nach seinem eigenen Gefühle zu handeln. Es that meinem Herzen wohl zu sehen, dass diese braven Männer ohne Ausnahme, und früherer Berathung sogleich einstimmig erklärten, mir folgen zu wollen. Um 9. Uhr Vormittag traten die übrigen in Világos versammelten Civilpersonen, nachdem ihnen kurz bevor aus dem russischen Lager die Versicherung zugekommen war, dass sie, so lange sie im Bereich der russischen Armee seyn werden, auf den Schutz derselben rechnen können, die Reise dahin an, und in demselben Augenblike (Kiemelés: F. K. E.) schikte ich an das zu Arad stationirte k.k. Corpscommando einen Kurir mit der Meldung ab, dass ich dessen weitere Befehle gewärtige, und zur Sicherstellung der in Világos befindlichen Aerarialgüter um schleunige Absendung einer angemessenen Militärbedekung bitten müsse. Nach dem Abmärsche Görgeys wollte ich meine Amtswaltung schliessen, doch auch dann noch sollte ich der Spielball des so lange schon auf mir lastenden Zwanges seyn. Als ich nemlich am 12*[ en ] Aug[ustJ nach Világos kam, fand ich dort bereits viele Leute, welche Forderungen an die Insurgentenregierung hatten, und die mich von Arad aus überall verfolgten. Zur Berichtigung dieser Forderungen hat mir die Armeeintendatur die in der Kassa erliegenden grössere Geldnoten belassen, und ich habe daraus nach Mass dieser Kassamittel Abschlagszahlungen leisten lassen.