Veress Endre: Gyula város oklevéltára. 1313-1800. (Budapest, 1938.)

1566 SZEPT. KÖZEPE] Xo. 648 429 geschickt, welchen sein Diener er, der Bascha hinwieder mit Verehrung einer Damastin Schauben wieder zurückgeschickt. Hierauf hat er, der Keretschini das Kriegsvolk, Teutsch und h'ungerisch zusammengefordert, ihnen die äusserste Not, und wie sie selb sehen, dass solch Schloss vor der vorstehenden grossen Macht nit zu erhalten, auch von wiegen der Eile darzu der schwachen und kranken Kriegsleut weiter nit zu erbauen, etwas kläglich ausgeführt, mit Erzählung, wasmassen der gross Bascha Pertaw nit allein mit fürnehmen Bürgen zugesagt und versprochen, sonder auch Ver­sicherung thäte sie alle gesund und krank friedlich abziehen zu lassen, und sie demnach stark vermahnt, sie sollen ihme helfen das Schloss aufgeben und also ein jeder sein Leben erhalten. Hat ihnen auch die drey fürnehmbsten Bürgen, so die Feind hinein zu stellen bewilligt, namhaft gemacht, nämlich den Widini Bog, des Pertaw Waschen Tochtermann, item den Bog von Lippa, auch den Bog von Aradin, und dann sonst noch drey namhafte Türgken, einen Tschaussen und zwen sein, des Wascha Leibdiener. Neben dem hat er ihnen auch fürge­wiesen die stattliche Verschreibung der beider Wascha mit ihren [und] darzu aller Bögen Sigillen verfertigt ; und dann ihnen [ferner] angezeigt, dass die vermeldten Bögen dergestalt zu Bürgen eingesetzt werden sollten, damit wo im ganzen Abzug nur zwen Türgken erscheinen, die sich wider die abziehen­den Christen setzen wollten, dass alsdann die gemeldten Bürgen stracks dar­nieder gestochen werden sollten. Wiewol nun hierauf der mehrer Theil der Hungern und die Teutschen all mit einander ihn soliche Ergebung nit bewilligen wollten, mit Fürgebung, dass alles erzählte der Feind Erbieten lauter falsch und Betrug, auch sie darauf nit zu verlassen, und [es] ihnen dann auch nit gebührte wider ihren gethonen Eid und Pflicht solchen Blatz ihnen, den Feinden einzuräumen, sonder gegen Gott und der W relt viel rühmlicher und verantwortlicher samptlich bey einander redlich zu sterben und zu genesen : So hat doch ernannter Keretschini nit nachgelassen in sie zutringen, dass sie seiner Capitulation folgen thun und also ihr Leben [nit] fristen wollten. Dargegen sie aber gar viel Exempla, wie es mit dergleichen Ergebung und Abziehen zum oftermalen erfolgt, als nämlich zu Ofen, Temeswar, Erdeut, und das abziehend Kriegsvolk aller deren Orten so jämmerlich darnieder gehackt worden fürgeworfen. Er ihnen hergegen wiederumb begegnet, dass zuvor nie kein solche stattliche Versicherung jemalen wer angan­gen, und sonderlich, dieweil die jetzig nit von einem gemeinen Wascha, sonder dem Pertaw, als des türgkischen Kayser innerister geheimischer Rath Visir wäre, herrühren thät, und derselb seine Wort und Zusagungen vor andern würd gehalten haben, mit Gebrauchung vieler mehr Persuasionen, Erinnerungen und Vermahnungen. Also dass er auch zu letzt [so viel erlangt, dass] das ermeldt Kriegsvolk in angeregte Capitulation und Übergebung bewilligt. Darauf er gleich alsbald von ihnen allen solcher ihrer Bewilligung ein Bekanndtnus begehrt, und sie auch dahin gebracht, dass sie selbs von allen Teutschen und Hungerischen Hauptleuten und fürnehmen Ämptern underschrieben und abge­fertiget worden. Underdessen aber und kurz vor dem, ehe der Abzug darauf erfolgt, hat der Pertaw Bascha ein fürnehmen Türgken, seinen Diener hinein zu ihme ge­schickt und begehrt, dass er zu dest mehrer Versicherung seines abziehendes Kriegsvolk dem Aga oder Hauptmann der Janitscharn ein Bezahlung einer mondlichen Besoldung auf sie seine ergebne Janitscharn heraus senden wollten, damit sie also dardurch gewunnen und desto mehr Ursach hätten wider den versprochnen Glauben nichts fürzunehmen. Darauf der Keretschini zu etwas

Next

/
Thumbnails
Contents