Linzbauer, Franciscus Xav.: Codex Sanitario-Medicinalis Hungariae 3/2 (Budae, 1855)
Continuatio prima regiminis imperatoris ac regis apostolici Francisci (II.) I.
Haec proinde sunt, quae Consilium hoc Locumt. Regium in ordine ad prae- citatum benignum Decretum Majestati Vestrae Sacratissimae demisse repraesentanda habet, quae ejus omnino sunt indolis, ut successiva, et universalis militarium Pharmacopiorum per Regnum coordinatio nullatenus adoptari possit; quapropter ab excipiendis etiam Regni Jurisdictionum Informationibus praescindendum existimabatur. Datum Budae ut s. 1539. Institutum Surdo-muioriiui Vacziense. Conci. Cons. M 8519. die 22. Martii 1803. Benfica surdo-mutae Juventutis eruditio, per dimidii anni cursum, in neo-constabilito Regio Surdo-mutorum Instituto Vacziensi hucdum impertita (peracto recens illic primo publico tentamine) illum fructum uberrime pollicetur: quem paterna profecto Majestatis Suae Sacratissimae, in infelicem hanc hominum classem sollicitudo, atque tam ejus, quam Regnicolarum in pium hunc finem larga manu succurentium exspectatio, omni ex parte exigere videbatur; Consilium itaque hocce Locumtenentiale Regium Hungaricum, felicem atque desideratum hunc, ejusdem salutaris Instituti Vacziensi s progressum, pro grato statu notitiae praet. Dom. Vestrae hisce significando: Programma, occasione praeindigitati Tentaminis, tum hungarico, tum et germanico idiomate typis in publicum divulgatum isthic scopo illo adnectendum censuit; ut emolumentum, quod per systematicam eruditionem Surdo-mutorum, tam in ipsos infelices / / Programm über die Nothwendigkeit taubstumme Kinder durch die Erziehung, und den Unterricht in wahre Gottesverehrer, und nützliehe Glieder des Staates zu verwandten; der Edlen Ungarischen Nation vorgestellt von den Vorgesetzten des U ngarischen Taubstummen -Instituts. U eb er die Nothwendig heit Taubstumme durch die Erziehung, und den Unterricht in ächte Gottesverehrer, und nützliche Glieder des Staates zu bilden. Das Herz eines jeden Unterthanen muss mit Dankgefühl erfüllt werden, wenn er sich überzeugt, dass unser gütigste Landesvatter unter den wichtigsten Staatsgeschäften seine väterliche Aufmerksamkeit, und Sorgfalt auch auf die arme, und bisher verlassene taubstumme Jugend richtet, und auf Mittel sinnet, wodurch Er ihnen die gehörige Erziehung, Unterricht, und Erleichterung geben könne. Wer wird denn nicht auch einer so Edlen Nation seinen vollen Beifall geben, welche nach dem Beispiele ihres gütigsten Landesfürsten mit gleicher Theilnahme an den betrübten Zustand der taubstummen Menschenklasse werkthätig beweist, wie nothwendig eine solche Anstalt sey, wodurch dieser bis zu unsern Zeiten verlassene, gehör- und sprachlose Theil der menschlichen Gesellschaft érzőkén , sein Geist mit Kenntnissen bereichert, sein Gefühl zur Menschlichkeit erhoben, und sie selbst in vernünftige Wesen umgeschaffet werden ? Auf gleiche Weise werden die Männer, welche das heilsame Werk der Erziehung ausübten ; aus rohe unverständige und unmündige Menschen durch ihren Eifer , und Mühe vernünftige, nützliche , und glückliche Menschen bildeten, immer einen Anspruch auf die Achtung aller Menschenfreunde machen können. Eben darum werden die Namen, Bonnet in Spanien; W all i s i n London; Amman in Amsterdam; Abbe de l’E p p e Dechamps, und S i c a r d in Paris; May und Stork in Wien; II einicke, und V e t s c hk e in Leipzig; Etschke in Berlin; Ehrensdorf er in München, u. s. w. immer grosse Namen bleiben , denn diese haben durch ihren unermiideten Fleiss, und Hang zu Wissenschaften zur Bildung der Taubstummen vieles beigetragen, und in ihrem Fache den sorgfältigen Naturforschern eben so vieles endekt. Um so mehr wird nun die erhabene Sorgfalt unseres gütigsten Landes- fürsten, und der Werth der Bemühungen dieser Männer erkennbar, wenn wir