Szakcikk gyűjtemény
Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten
50 aber, was ihnen in die Klauen kam, sorgten also von vorne- herein nicht für ihr Ansehen; nun, das brachte ihnen ja die Doktoren-Würde mit dem langen Pelzmantel und dem Doktorenhut, -degen und -stock. Bei diesen Aerzten spielten Astrologie und Alchimie eine nicht geringe Rolle. Es ist einleuchtend, dass ein Arzt, der das Horoskop zu stellen verstand, der lateinisch und griechisch allen möglichen Hokuspokus vorsagte, beim ungelehrten Laien schon einen Eindruck erwecken konnte, der nachhielt — so der Arzt nur immer ernst bleiben konnte. Zwei vorzügliche Quellen stehen uns neben anderen zur Verfügung für das Studium des Aerztestandes zur Zeit der Renaissance. Die eine besteht in einigen Lustspielen Moliéres, die andere in allerlei Genrebildern der damaligen Malerei, namentlich der holländischen.1) Besonders sind hier David Teniers, Adrian Ostade, Gerard Dou, Metsu und Jan Steen zu nennen, Jan Steen, dessen Bilder oft an das Satirische grenzen, der darum mit dem etwas bissigen Engländer Hogarth verglichen wurde, besser aber als »Moliere der holländischen Malerei« zu bezeichnen ist. Bleiben wir vorerst bei den Malern 1 Sie haben fast durchwegs in etwas rüpelhafter Weise Szenen dargestellt, die den Arzt, den Patienten und eine oder mehrere teilnahmsvolle, dem Patienten zugehörige Personen zeigen. Der Arzt hat fast in der Regel das Harnglas in der Hand oder doch in der Nähe. Oft übt er gerade die sogenannte »Brunnenschau« aus. Und wie der Schwindel gar plump war, den die Herren Medici sich hiebei öfter erlaubt haben sollen, so werden auch die Maler auf ihrer Leinwand klobig und stellen dar, wie der spitzbübische Arzt im Harn einer Patientin einen Embryo schwimmen sieht.2) Um die Wirkung voll zu machen, schreibt der Künstler auf die Umrahmung: *) *) Vgl. Holländer, Die Med. i. d. klass. Malerei. *) Tatsächlich von Gottfried Schalken auf seinem Bilde »Le médecin empyrique« (Haag, Mauritshuis) ausgeführt. Wiedergegeben in Holländer, Die Mediz. i. d. klass. Malerei, S. 163.