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Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten
42 musst sagen: ich kann es nicht und verstehe es nicht.« Nirgends legte er nieder, dass der Arzt Trug oder Unwahrheit gebrauchen müsse; und doch hat kurz nach seiner Zeit ein englischer Arzt, Gideon Harvey, der gelehrt, wie viel der Arzt durch Abwarten nützen kann, Grund genug, gegen seine Kollegen, die er »Drecksärzte« titulierte, eine Schrift loszulassen: »Ueber das eitle Treiben, die List und Lügen der Aerzte« (Baas). Es ist zu bezweifeln, dass dies Werk zur direkten Förderung des Standes beigetragen; doch mag es immerhin lobenswert gewesen sein, die unsauberen Elemente an den Pranger zu stellen. William Harvey, der physiologische Reformator und Neubegründer, lebte zur Zeit der berühmten Königin Elisabeth von England, deren Leibarzt er war. Er stürzte — dabei befand er sich auf bereits vorgezeichnetem Wege — die vielfach modifizierte Anschauung von der Lufthaltigkeit der Gefässe und wies die mechanisch-physische Bedeutung des arteriovenösen Systems nach; durch diese umwälzende Lehre vom Blutkreislauf wurde er zu einem Ruhestörer in der behaglich schlummernden Gelehrtenwelt. Wie es Vesal ergangen, erging es ihm; spottend war er »Circulator« genannt, was hier nichts mit der von ihm entdeckten Blutzirkulation zu tun hat, sondern »Marktschreier« heissen sollte, ja in blindem Eifer verstieg man sich soweit, dass man das berühmte »Malo cum Platone errare«1) umwandelte in y>Malo cum Galeno errare, quam Harvey veritatem amplecti«.2) Und mit einem Male wollte man wissen, dass mindestens schon Salomo und die Chinesen den Kreislauf gekannt, Harveys Existenz also eigentlich unnötig wäre. Zum Ruhme der deutschen Gelehrten sei gesagt, dass sie der neuen Lehre kein Hindernis entgegensetzten und Harveys Verdienste in Anatomie wie Physiologie jederzeit anerkannten. Wenden wir uns nun zu den ausübenden Praktikern 1 x) Ausspruch Ciceros. *) Nach Hyrtl, Lehrbuch der Anatomie, S. 63 u. f.