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Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten

33 Jungbrunnenabbildung aus jenen Zeiten — aus einem alten, rheumatischen Menschen mittels Kaltwasser einen jungen, elastischen Springinsfeld zu machen. Ob hier nicht doch auch das geistliche Gewand und der Nimbus manchen Patienten mehr angezogen hat als das kalte Wasser?! — Es sind nun einmal Religion und Medizin nahe verwandt, als Ausflüsse ein und desselben Triebes, des Erhaltungs­triebes; die eine soll für dieses Leben, die andere für das jenseitige bürgen. Und so ist das Wort leicht zu verstehen: »Wa der Arzt nicht meh kann, Da fängt der Prediger an, Wann die Arzney am Leibe will faelen, Da sucht man erst Arzney der Selen; Was Apotheköl nicht wil schirmen, Da sucht man heilig Oel zu firmen l«1) Wirkliche profane Aerzte waren zur Zeit der Mönchs­medizin selten; man findet sie fast nur als Leibärzte und Hofärzte genannt. Auch waren es keine Einheimischen, sondern zumeist Orientalen, Juden, die eine ganz erträg­liche Stellung hatten. Waren ja auch die Bestimmungen, denen sie nachkommen mussten, um praktizieren zu dürfen, recht streng. Als Förderer und Ausbreiter der Kultur hat sich in der Geschichte der Orden des heiligen Benediktus von Nursia ein unverwelkbares Ruhmesblatt gepflückt. Sie er­richteten hohe Schulen, z. B. in Monte Cassino, auch in Salerno und halfen dort der Medizin auf einen üppig grünenden Zweig. Salernos medizinische Fakultät erwarb sich bald einen glänzenden Namen in der ganzen Welt. Sie korrespondierte beispielsweise mit dem kranken König Robert von England, dem sie einen lehrhaften Brief schrieb. Darinnen finden sich auch die allbekannten Worte: »Nach dem Essen sollst du stehen Oder tausend Schritte gehen.« ') Fischart, Podagrammisches Trostbüchlein (Dach Peters, Arzt und Heilkunst, S. 72). Gruber, Wesen der Medizin. S

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