Szakcikk gyűjtemény
Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten
30 Noch heute darf es den Arabern nicht vergessen werden, dass sie es waren, die nach Spanien die Naturwissenschaften und damit die Medizin einführten, die der Universität Cordova zu so hoher Blüte verhalfen, dieser einzigen Hochschule des Abendlandes, auf der vorläufig die Laienmedizin vertreten war; denn auch im Okzident übte, wie wir gleich sehen werden, der Mönch die Heilkunst aus. — Die Errichtung hoher Medizinschulen bei den Arabern, wie im Abendlande, zugleich die Aufstellung eines Prüfungsmodus ist ein Zeichen dafür, dass man den Wert der Medizin erkannte und sie von den Schiaken des Autodidaktentums reinigen wollte. So kam es auch, dass man nach einer Uebergangsperiode an Höfen wie im Volke den Arzt für den best gelehrten und meist geschickten Mann ansah; das bedingt jedoch nicht, dass es den Aerzten auch durchwegs gut ging. Es entwickelte sich ein lebhafter Konkurrenzkampf und ausserdem begann sich ein weitläufiges Spezialistentum breit zu machen, das sich wiederum nicht scheute, durch skrupellosen Scharlatanismus den Geschäftsgang zu bessern. Noch auf eines ist hier aufmerksam zu machen, was für das Ansehen der Medizin überhaupt von Wichtigkeit sein dürfte. Schon aus dem Eid des Hippokrates ersieht man, dass die Steinschneider wenig geachtete Leute waren. Nicht anders war es bei den Römern. Bei den Arabern nun vollzieht sich die Trennung in innere Medizin und Chirurgie vollständig. »Für einen anständigen und geachteten Arzt passen Operationen mittelst der Hände nicht, sondern für die Gehilfen der Aerzte, als da sind Aderlass, Glüheisen, Einschneiden der Pulsadern. Ja, auch anderes sollen jene Diener der Aerzte tun, als da sind das Einschneiden der Augenlider, das Wegnehmen der Venen im Weissen der Augen und die Entfernung des Stars. Für einen geachteten Arzt schickt sich nichts anderes, als dass er dem Kranken Rat erteilt über Speise und Arzneien, fern von ihm aber sei jede Operation mit