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Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten
31 den Händen, so sagen wir«1) — Araber. Das Ansehen der Chirurgen, die wieder unter sich in die Steinschneider und Okulisten gespalten waren, wurde infolge dieser Trennung nicht gemehrt, im Gegenteil, es minderte sich mehr und mehr. Bis in die neue und neueste Zeit hat sich diese Teilung erhalten — wenn auch durchaus nicht in allen Ländern. Vielleicht ist es dem einen oder anderen Leser neu, dass in Bayern noch vor etwa sechzig Jahren ausser den approbierten und staatlich konzessionierten »Aerzten«, auch noch »Chirurgen« die behördliche Erlaubnis zum chirurgischen Heilgeschäft bekamen, die als eine Art niedrigeren Sanitätspersonals nur auf einer Chirurgenschule ausgebildet waren. Derlei Schulen befanden sich bis weit ins neunzehnte Jahrhundert in Bamberg und Landshut. Das Abendland des Mittelalters hielt sich im Gegensatz zu Byzantinern und Arabern an die verfallene Medizin Roms. Aus verschiedenen Quellen, z. B. aus dem Nibelungenlied/2) geht hervor, dass zur Zeit der Völkerwanderungen und darüber hinaus Laienärzte noch grossen Einfluss hatten. Aber sie verschwanden spurlos vor der sich breiter und breiter machenden Mönchsmedizin, die das Verdienst hat, durch ihre Kopisten der alten Gelehrten nahezu alles, was wir von Galen und Hippokrat wissen, auf uns übertragen zu haben, die gleichwohl in der praktischen Ausübung der Kunst nicht gerade glänzend gewesen sein muss. Im Gegenteil, sie soll zu allerlei Unfug ausgeartet sein, und Völlerei und Sinnlichkeit sollen dabei eine ziemliche Rolle gespielt haben, so dass schliesslich auf mehreren Konzilien3) unter der Devise: »Die Kirche * 8 *) Baas, Geschichte der Medizin, S. 176. *) Nibelungenlied in der Uebertragung von Niendorf, I Bd., V. 260. 8) Konzil zu Rheims 1131; K. im Lateran 1139; K. zu Montpellier 1162; K. zu Tours 1163; K. zu Paris 1212; K. im Lateran 1215; besonders aber Konzil zu Le Mans 1247. (Nach Baas.) — »Ecclesia abhorret a sanguinee —.