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Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten

28 Entwicklung ein, eine Pause, die ebenso lang war, als die zum Christentum bekehrte Menschheit, von den Fesseln des Glaubens befangen, keinen Sinn und Drang für Forschung und Wissen haben konnte, im dunklen Glauben Zufrieden­heit und Genugtuung für irdische Dinge zu finden meinte im selben Masse wie für die überirdischen. Es gibt eine byzantinische Periode der mittelalterlichen Medizin, auf deren Details hier nicht näher eingegangen werden soll. Der Stand des Mediziners wurde in dieser Periode kein besserer. Man hatte gar bald den übernom­menen Rest griechischen Geistes mit priesterlich-christlichen Ein- und Ausflüssen verquickt. Die Zahl der eigentlichen Aerzte verringerte sich zusehends, die der heilenden Priester wuchs. Doch gab es noch gebildete, wirkliche Aerzte. Hatten ja doch die Kaiser Ost-Roms ausgezeichnete Leib­ärzte mit hohem Range, die glänzend bezahlt wurden. Um den allgemeine Praxis ausübenden Stand kümmerte man sich aber wenig. Bedeutungsvoll ist die vom Kaiser Mauritios um 600 getroffene Bestimmung, dass aus jedem seiner Regi­menter eine Anzahl Leute als Aerzte und Krankenpfleger ausgebildet werden mussten. In dieser Massnahme ist eine richtige Wertschätzung der Heilkunde zu erblicken. Und diese Massnahme war der Anfang der allgemeinen Kranken­pflege, welche als die humanste und grösste Tat des Mittel­alters auf uns kam. Byzanz war ein Pfaffenstaat; Priester verdrängten die Aerzte, und in den Krankenanstalten und Lazaretten, die sich nun auftaten, nahmen sich bald mehr und mehr weniger medi­zinisch gebildete Geistliche und Mönche der Verwundeten an; die Klöster wurden zu Hospitälern für arme Kranke und Bresthafte, in den Klostergärten pflanzten die Kuttenmänner und -weiber — wie sie glaubten — heilsame Kräuter, die ihnen neben Handauflegen und Reliquienkram bei ihrer Therapie zunutze kamen. Daher also stammt unsere Kranken­pflege, stammt wohl auch die gut ausgestattete Apotheke von Hausmitteln, die meist nichts nützen und nichts schaden,

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