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Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten

27 nicht, dem »feigen Flüchtlinge höchst abfällig und inkollegial Eigenschaften nachzureden, die an Gemeinheit nichts zu wünschen übrig Hessen. Man kann es dem selbstbewussten Galen nicht verdenken, wenn er sich dann über den heilen­den Stand in Rom heftig beklagt. Noch dazu, da in Rom jeder, wie und wer er war, Medizin treiben, den Medikus mimen konnte; denn das war durchaus nicht an die Ab­legung von Prüfungen oder an gesetzliche Verordnungen geknüpft; während Rom doch sonst alles öffentliche Leben beispiellos zu ordnen wusste, Hess es den Arzt schütz- und verantwortungslos. Da war es kein Wunder, wenn von allen Seiten gewissenlose Schlauköpfe gezogen kamen, um neben den Kindern der eigenen Plebs die alte Roma mit ihrem ungelehrten Pfuschertum zu beglücken, d. h. um möglichst viel Geld mühelos einzuheimsen. Durch den absoluten Mangel an Gesetzen und äusserste Kurierfreiheit musste so die alte hippokratische Kunst den strahlenden Nimbus verlieren und zum Gewerbe werden, zum Handwerk, das in Händen untauglicher, skrupelloser Zünfte lag. Nur wenige verstanden es, sich als Künstler in der Medizin zu behaupten. Claudius Galenus war solch ein Künstler, aber er war der letzte, nicht nur im römischen Reiche, sondern auch in der langen Periode des Altertums. Um dem Mittelalter gerecht zu werden, muss man es mit dem Blicke nach vorne, nach dem Kommenden be­trachten, nicht das Altertum zum Vergleich heranziehen, dessen Glanzzeit abgelaufen, dessen Nationen ab- und aus­gestorben waren. Vom Orient her kam eine neue Idee, ein neues Ideal in die Welt; ihre Ausgestaltung zieht sich steigend und fallend durch das ganze Mittelalter hin, die Idee des Christentums. Als neue unverbrauchte Völker traten die germanischen Stämme und ihre Nachkommen auf den Schauplatz der Weltgeschichte, und zwar in den Vorder­grund, auch mit wechselndem Glücke. Die Medizin musste sich diese Veränderung auf der Weltenbühne gefallen lassen. Für sie trat eine lange Pause der inneren und äusseren

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