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Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten

18 Romi — Sie wissen, dass etwa 750 vor Christus diese Stadt gegründet sein soll. Und nicht ganz 600 Jahre später spielte in der ewigen Stadt jener Cato die grösste Rolle, von dem das berühmte, apodiktische »ceterum censeo« stammt. Rom hatte sich Provinzen und Länder erobert, es war aus einem zähen Ackerbau-, einem schlauen Krämervolk, ein hartes, eisernes Kriegsvolk geworden. Den zweiten put­schen Krieg hatte es siegreich beendet; allenthalben leuchtete ihm Fortschritt und Erfolg — nur in der Medizin sah es bei den Römern dunkel aus. Nicht unabsichtlich wurde Cato Censorinus, dies klassische Beispiel der Starrköpfigkeit, genannt, der mit ehernem Sinn auf »gravitas et severitas« des Römers achtete, die über Grenzen und Gesetze hinweg­sehende Wissenschaft, sowie die Literatur als verderben­bringend verpönte. Der Grieche war ihm verachtungs­würdig, er erschien ihm leichtfertig. Was vom Griechen kam, das konnte nicht gut, nicht vorteilhaft und praktisch sein. Nun, es ist ja überliefert, dass die ersten Heilkünstler griechischer Nationalität, die Rom beglückten, Periodeuten schlimmer Art waren, ziehende Scharlatane, welche schönen Reden und selbstgefälliger Prahlsucht viel näher standen, als medizinischem Können; jedoch, sicherlich war ihre Fähigkeit eine aktivere und bedeutendere, als die der römischen Heilgötter, unter denen sich ganz absonderliche »Spezialisten« befanden. Da gab es neben anderen eine »Dea Scabies«, d. h. »Krätzengöttin«, eine »Dea febris et mephitis«, d. h. »Fieber- und Gestankheilige«, eine »Dea fluonia«, d. h. »Monatsflussgöttin« — und über allen eine »Dea salus« als oberste Gesundheitspatronin. Aus dem Flug der Vögel wurde, wie so manches andere, von sicherlich recht schlauen Patronen, den Auguren, ersehen, ob jemand krank oder gesund war. So stand es noch zu Catos Zeit; ja, dieser alte Kauz übte selbst Heil­kunst aus, aber in einer Art und Weise, wie man sie heute nur mehr — Gott sei Dank — recht selten aus Gerichts­saalnotizen kennen lernen kann, wenn ein recht Schlauer

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