Szakcikk gyűjtemény
Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten
19 von einem ganz skrupellosen Scharlatanismus geschröpft wurde. Cato wandte gegen Leiden aller Art »Carminac und »Sauerkohl« an. Derartige Carmina1) sind mehrere erhalten, er schrieb sie selbst nieder neben einigen nicht zu verachtenden chirurgischen Kenntnissen und recht eigentümlichen Rezepten. Hatte man sich eine Verrenkung zugezogen, dann sang er den Patienten sinnlos an, nach Art einer abergläubischen »Besprechung«: „Huat, hanat ista pista sista domina damnanstra et luxato})11 Auf solche Weise pfuschte er der Hefe der griechischen Aerzteschaft ins Handwerk, die als verachtete, ja unfreie Leute, als Bader und Sklaven in Rom ihr Dasein fristeten und weidlich dafür gesorgt haben mögen, dass der »Civis Romanus« den später einwandernden, tüchtigen Aerzten mit grossem Misstrauen entgegenkam. Plinius berichtet uns, dass man den Griechen »Carnifex« nannte, wenn er operierte, für einen Scharlatan galt er eo ipso und damit auch als gewinnsüchtig. »Das hungrige Griechlein, das alles heilt und weiss, wenn man es befiehlt«, mit derartigen Redewendungen bezeichnete die damalige und auch noch die spätere satirische Zunge den Arzt. Bei Juvenal ist zu lesen, was Sie eben teilweise zitiert hörten:3) »Grammaticus, rhetor, geometres, pictor, aliptes, »Augur, schoenobates, medicus, magus, omnia novit, » Graeculus esuriens in coelum, jusseris, ibit.« Vielleicht stammt aus jener Zeit auch das wenig schmeichelhafte Wort: „Omnis medicus mendax.ai) — Bei dem Worte »Medicus« ist eine Unterlegung einzuschalten, die wir bei Neuburger finden. Gerade dies Wort, das italienischen Ursprunges ist, scheint darauf hinzuweisen, dass * *) *) Cato Major, »De Agricultura«, edit. Keilii, Leipzig 1884 (zit. nach Neuburger). *) Vgl. Neuburger, Gesch. d. Med. I, S. 289 u. ff. s) Juvenal III, 76—79 (nach H. Magnus). *) »Jeder Arzt lügt.« 2»