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Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten

17 sie die Medizin, Hess namentlich auch die menschliche Anatomie zu ihrem Rechte kommen. Hier wurde das Erbe der Hellenen — auch das medizinische — mit allem Erfolg in Verbindung mit dem aristotelischen Wissensschatze ge­bracht. Neuere, bessere Hilfsmittel wurden zur Erforschung angewendet, vor allem aber sorgte eine beispiellose Bücher­sammlung, dass diese Universität zu einem Zentrum mensch­licher Geistesmacht wurde, eines derartigen Ansehens weit über Zeit und Gebiet von Hellas sich erfreuen durfte, dass sie bald eine Art von internationalem Charakter annahm und ihre Schüler nach allen Richtungen aussenden konnte. Von allen Schulen des Altertums bildete Sie wohl die meisten Aerzte, und weit bis ins Mittelalter, wie wir noch hören werden, reichte ihre Bedeutung. Um einige Alexan­driner zu nennen, möchte ich Ihnen namentlich Herophilus und Erasistratos nennen, die sich als Anatomen, wie als Aerzte allgemeinen Rufes erfreuten. Herophilus aus Chalkedon unterschied als erster motorische und sensorische Nerven, fand die Adergeflechte des Gehirns und den sog. Calamus scriptorius. Erasistratos aus Keos hingegen konstruierte den Urinalkatheter. Jeder von beiden vertrat eine eigene Lehr­meinung und wurde so Gründer einer Schule, die sich mit mehr oder weniger Ansehen bis fast zwei Jahrhunderte nach Christus erhielt. Neben diesen Schulen, die sich in hart­näckigem gelehrten Kampfe gegenseitig befehdeten, trat eine neue Schule, die der Empiriker, in Erscheinung, die von Krankheit zu Krankheit »per analogiam« schloss, um aus ihrer Erfahrung Hypothesen zu schmieden, bei denen dem »Zufall« grosser Raum gewährt war. Gleichwohl waren sie es, die die anderen in gegenseitiger Herabsetzung und Verstänkerung versunkenen Schulen darauf aufmerksam machten, dass nicht durch Beredsamkeit die Krankheiten aus der Welt geschafft werden können, sondern durch Heil­mittel. — Die Schule von Alexandrien war es auch, die Rom mit den ersten tüchtigen Aerzten versorgt hat — untüchtige waren von Hellas schon früher nach Italien gekommen. Gruber, Wesen der Medizin. ^

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