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Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten

16 erfunden, wohl aber durch Bewahrung, Anwendung und Vermehrung der Vorschriften und Beobachtungen der Alten vervollkommnet werden«, aber gleichwohl ging nach ihm der blühende Stand wieder zurück. Der hellenische Geist — spekulativ, wie er nun einmal war — konnte es dem geduldigen Beobachter, dem naturwissenschaftlichen Empiriker Hippokrates nicht nach­tun; er theoretisierte, philosophierte und betrachtete gar die sinnliche Wahrnehmung als hinfällig. Auf der platoni­schen Philosophie wurde eine Medizin dogmatischer Natur aufgebaut, in der man selbst die Anatomie »konstruierte«. Meton wollte damals schon und wiederum Medizin und Astronomie verkuppeln. Nach dem Dogma wurde rezep- tiert, und ein gewisser Akesia war ob der schlechten Er­folge seiner Kuren weit und breit bekannt; im Gegensatz zu ihm standen Diokles von Karystos, ähnlich populär wie Hippokrates, und Praxagoras von Kos, der als Entdecker des Arterienpulses unsterblich ward. Aristoteles, der Sohn eines Arztes, war zwar nicht selbst ausübender Mediziner, hatte aber auch als Naturwissen­schaftler solchen Ruhm, hat ihn noch, dass er nicht über­gangen werden darf. Sein System ist aufgebaut auf einem überreichen empirischen Sammelmaterial, aus dem heraus es durch deduktive, methodische Beweisführung ins Riesen­hafte , ja ins Unerreichte wuchs. Als Anatom sprach er zuerst von »Aorta« und »Hohlader«, er schuf die ver­gleichende Anatomie und entdeckte im »punctum saliens« des Hühnereies die erste Blutgefässanlage des embryonalen Organismus. Für zwei Jahrtausende und mehr hat er das Grundmaterial zum Aufbau medizinisch-naturwissenschaft­licher Fächer geliefert. Als des Aristoteles grosser königlicher Freund und Schüler gestorben war und als nun die Diadochen durch Schicksalsfügung Könige wurden, begann in Alexandrien unter den Ptolemäern eine Art hoher Schule empor­zublühen. Unter anderen wissenschaftlichen Zweigen pflegte

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