Szakcikk gyűjtemény
Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten
10 Und Mythus wie Dichtung künden, dass Apollon, der Künstlergott, Vater des Heros gewesen sei, der gewisser- massen als Heiliger und Schützer der Arzneikunde galt, nämlich des Asklepios, welcher seinerseits wieder dem Machaon1) und Podaleirios das Leben gab. Beide Söhne waren Kriegshelden von grosser Gefolgschaft und hohem Ansehen. Es kündet uns ja Homer von ihnen: ,,Tok; be tpit^xovra yXacpupai vee<; éörixáovto.“2) Machaon war als Feldchirurg tätig, befreite unter anderem den angeschossenen Menelaus von dem Geschoss; Podaleirios scheint mehr interner Mediziner gewesen zu sein. Wie hoch man ihre Kunst schätzte, lesen wir im elften Gesang der Ilias: ,,Tarpö<; yáp ávf|p ttoXXcűv dvrcU-ioc; ctXXcov ’Ioúq t' éxtápvetv éní t’ rjma cpáppctxa jtáööeiv.“3) Die griechische Medizin zerfällt, wie uns die Geschichte lehrt, in zwei einander wenig freundliche Lager. Das eine war verkörpert in den priesterlichen Anhängern des Asklepios, dessen Verehrung in Epidaurus einen Mittelpunkt gefunden, von wo aus man die überall hin zerstreuten Heiligtümer gleich Geschäftsfilialen dirigieren und leiten konnte. Hier war von wissenschaftlicher Medizin keine Rede. Ausgesprochene Thaumaturgie (Traumheilung), Aberglaube, Ränke und Priesterlist waren das Wesentliche. Die Heilbedürftigen waren zur Zahlung von Honoraren oder doch zur Stiftung von Weihgeschenken gehalten, und es ist vielleicht im Gebaren der Priester und ihrer Habsucht begründet gewesen, wenn uns der Mythus vom Tode des Asklepios erzählt, der ihn wegen recht menschlich niedriger Eigenschaften gleich einem göttlichen Strafgerichte ereilt habe. *) Als den erleuchteten Seher, den Arzt, den Meister des Baues Oder den göttlichen Sänger, der uns durch die Lieder erfreuet?« *) Vgl. Homer, Ilias IV, 190 u. ff.; ferner Ilias XI, 833. *) Homer, Ilias II, 729 u. ff.: »Ihnen fo’gt’ ein Geschwader von dreissig gebogenen Schiffen.« s) Homer, Ilias XI, 514 u. f.: »Denn ein heilender Mann ist wert gleich vielen zu achten, Welcher die Pfeile ausschneidet und auf legt lindernden Balsam.«