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Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten

6 nur von den abgabefreien Tempelgütern fristeten sie ihr Dasein, man brachte und opferte ihnen — als Vertretern der Gottheit — auch Geschenke und wertvolle Anathemata, d. h. plastische Nachbildungen erkrankter Glieder in Edel­metall — ein Brauch, der sich bis heute erhalten hat, wenn auch Gold und Silber schwanden und das leichter formbare Wachs ihre Stelle vertritt, und zugleich der Arzt aus diesem Brauch keinen Gewinn mehr zieht. — Die gesundheitlichen Verhältnisse Aegyptens und seine Aerzte müssen schon im Altertum grosse Anerkennung gefunden haben.1) Gibt ja sogar Homer2) an, dass in Aegypten jeder ein Arzt sei und an Erfahrung alle Menschen übertreffe. Trotz ihres Ansehens mögen die ägyptischen Aerzte manchmal in böse Lagen gekommen sein. Denn es gab für jede Art von Arzt und für jedes Glied eigene Gesetze, nach denen die Krankheit behandelt werden musste. Und ging der Patient zu seinen Vätern ab, so forschte man nach, ob ihn der Arzt laut Gesetzesvorschrift — „xara ypappara“ — behandelte, wie uns Herodot berichtet.3) War dies nicht der Fall, so folgte er alsbald dem abgeschiedenen Patienten nach, weil er eben nicht „xara eyypacpov vópov“ — mach dem Wort des Gesetzes« — seine Kunst geübt hatte. Aegyptens Medizin, die wir erst in neuester Zeit aus verschiedenen Papyris genauer kennen lernen konnten, war bereits eine diagnostizierende; doch herrschte noch eine recht ausgesprochene, blinde Polypragmasie — Vielgeschäftigkeit — im Heilungsbestreben. Nicht genug hervorgehoben werden kann aber die Hygiene, sowie eine Reihe prophylaktischer Einrichtungen, die wohl den Urgrund zu den sozialhygieni­schen Bestimmungen in den Büchern Mosis der Juden abgaben. Beim jüdischen Volke war Religions- und Medizinal- * *) *) Cf. Neuburger, »G. d. M.t S. 35 u. 52 u. f. *) Homer, »Odyssee«; IV. 229—232. *) Herodot, Hist. II. pag. 61, edit. Camerarii; zitiert nach: Hyrtl, Lehrbuch der Anatomie, Wien 1885. S. 42.

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