Szakcikk gyűjtemény

Prof. C. Binz: Die Einschleppung der Syphilis in Europa

13 Drucken früherer Jahrhunderte finden wir das -— wir können zu dessen Anschauung bei uns verweilen. Der medicinische Ge­schichtsschreiber H. Haeser (gestorben 1885) ist ein Gegner des Glaubens an den amerikanischen Ursprung der Syphilis, und wo er darüber schreibt (Lehrbuch der Geschichte der Medicin 1878, III, 280), lässt er den Arzt Diaz de Isla 1103 statt 1503 in Barce­lona prakticiren, was eine Unmöglichkeit ist, denn de Isla war erst 1162 geboren; und auf p. 282 setzt er die erste Auflage der Schrift des Italieners Nicolao Massa „De morbo Gallico“ in das Jahr 1513, was sich leicht als 1532 feststellen lässt. Wenn solche Irrthümer, die bei H. Haeser nur Flüchtigkeitsfehler des Schreibers oder Ver­sehen des Druckers sein können, auf zwei Seiten nacheinander bei uns passiren, so sieht man leicht, wie wrenig vereinzelte Jahres­zahlen aus angeblichen Urkunden oder Drucken des 15. Jahr­hunderts bedeuten, die allen anderen Zeugnissen schnurgrade widersprechen. Uns als Deutsche interessirt besonders die Schrift Ulrich’s von Hutten „De Guajaci medicina et morbo Gallico liber unus. M. Aprilis 1519 Moguntiae in aed. Job. Schaeffer.“ Sie besteht aus 26 Kapiteln und ist dem Cardinalerzbischof Albert von Mainz gewidmet. Ihr Verfasser erzählt, die Franzosenkrankheit sei um das Jahr 1493 in der Gegend von Neapel entstanden und habe sich bald auch in Deutschland sehr heftig gezeigt. Hier einige seiner Worte, die ich wegen des glatten Lateins im Original gebe. „Invasit morbus Gallicus non multo post ortum in Germaniam, ubi latissime, quantum alibi nusquam, divagatus est. Quod ego intemporan- tiae nostrae tribuo ... in concubitu maxime solet evenire. Unde pueros rarius et senes, aut alios qui coitus sunt expertes, occupat. Facilius quanto quis salacior, in Venerem promptior. Jam quos corripuit, ut quisque vivit, ita eum aut cito deserit, aut diu tenet, aut in totum con­sumit. Omnibus in Italia et Hispania ac sicubi praeterea sobrii sunt homines, mitior, nobis propter crapulam victus intemperantiam, ut diutius inhaeret ita comprehensos infestissime torquet, acerbissime affligit.“ Hutten litt schwer an der Syphilis und ebenso schwer an seinen Aerzten. Folgende Klage unter anderen entringt sich seiner Feder. „Quas torturas, quae supplicia sub chirurgis exhauserim? Quas cruces tulerim? Quantum mihi virium ex medicorum inscitia deperierit, cum tuo haec gemitu testatus jam saepe apud multos sis. Non immen­sum hoc mihi existimandum igitur est, potuisse restitui ex morbo, in quo non solum dolores passus sum acerbiores, quam ut his vivendum fuerit, sed foeditate etiam tanta fui, ut omnium prope rerum ipsum me aegerrime tulerim?“ Die Anrede in dieser Stelle geht an seinen Herrn und Be­schützer, den Cardinal, denn unter dessen Dach unterzog er sich einer Hunger- und Guajakcur. Er trank eine Abkochung des Holzes und verband die Geschwüre mit dem Schaum dieser Ab­kochung oder mit einer Salbe von Bleiweiss. 40 Tage nach dem Beginn der Cur konnte der Kranke wieder ausgehen und weitere

Next

/
Thumbnails
Contents