Szakcikk gyűjtemény
Prof. C. Binz: Die Einschleppung der Syphilis in Europa
14 40 Tage später waren alle Geschwüre vernarbt, „et depulsa omni invaletudine vires ita recepi, ut de novo factus ac renatus homo videar.“ Das scheint nicht lange vorgehalten zu haben, denn Hutten starb 1521. Bezeichnend für die Naivität, womit man in jener Zeit von der Syphilis sprach, trotzdem man genau wusste,- dass sie eine echt venerische Erkrankung sei, sind in dem Hutten’schen Buch am meisten zwei Stellen, worin er ganz gelegentlich erzählt, auch sein 60 Jahre alter Vater sei syphilitisch gewesen, und ferner die ausführlichen Worte der Widmung an den Kirchenfürsten. Jene erste Stelle hat auch insofern Interesse für uns, als sie zeigt, dass die wunderlichen Heiligen von heute, welche sagen, es gehe keine constitütionelle Syphilis und, was man als solche beschreibe, sei nichts als Quecksilbervergiftung, schon damals vorkamen. „Verum ibi falsum hoc est, quod -videtur quibusdam, tubera, collectiones, sinus et nodos non esse huius morbis propria, aut necessario eum consequi, sed provenire, his qui peruncti sint, ex Argenti vivi malatia. Quamquam in hoc opinione magna per Germaniam medicorum pars, in hunc usque diem pertinacissime haeret. Sed hi quotquot sunt, ut in aliis de hoc morbo multis turpiter falluntur, ita hoc •temere persuadere conati sunt. Nam contigisse haec quos nulla unquam tetigerit perunctio, ipse vidi multis et in his Ulricho de Hutten, patri meo.“ An der zweiten Stelle erzählt uns Hutten, sein 60jähriger Vater sei durch strenge Diät und durch den Gebrauch des Guajak- holzes geheilt worden, ohne Zuziehung eines Arztes, nur auf seinen eigenen Rath. Und die charakteristische Widmung an den Car- dinalerzbischof bildet den Schluss des Werkes und lautet so: „Quae ita Celsitudini tuae conscripsi, ut non vellem his quidem uti te, faxit hoc enim Servator Christus, ne unquam debeas, sed ut in tua haec aula essent, omnium necessitati exposita, quorum iudicium a Stromer o exiges tu, quod praefatus sum •. . . Vale optime, dignissime, piissime, maxime Praesul, ac diu nobis incolumis esto.“ Nicht in Deutschland allein betrachtete man das Syphilitischsein mit so nachsichtigem Sinne, in Italien geschah das ebenso. Wir besitzen aus jener Zeit die Schrift des Nicolaus Massa, eines Arztes in Venedig, De morbo Gallico liber. Sie ist gemäss dem mir hei Luisinus vorliegenden Abdruck der dritten Auflage von 1568 dem Cardinalerzbischof von Mailand, Karl von Borromeo, gewidmet und ergeht sich über die Ursache und den Verlauf der Krankheit mit der nämlichen Unverfrorenheit wie die Hutten’s. Man lese das sechste Kapitel „De animi passione et coituDie Rothhäute der neuen Welt scheinen unseren frommen Vorfahren vor jetzt 400 Jahren nicht nur die Krankheit Übermacht zu haben, sondern auch die naive Art, darüber zu denken und zu reden.