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Prof. C. Binz: Die Einschleppung der Syphilis in Europa

10 Bayern und ist deshalb gross genug, als Grundlage für ethno­graphische Schilderungen der neuentdeckten Welt zu dienen. Oviedo berichtet in jener Naturbeschreibung der Insel unter anderm über den Guajakbaum folgendermaassen: „Zwei bemerkenswerthe Baumarten giebt es hier auf den Inseln und auf dem Festlande. Da nämlich jene Krankheit, die man de las Buas nennt, allen diesen Gegenden eigen ist, hat es der göttlichen Barm­herzigkeit auch gefallen, die Hülfe dawider allen und überall darzubieten. Wenngleich jenes Uebel auch sonstwo herrscht, so scheint doch‘es den Christen zuerst auf dieser spanischen Insel bekannt und durch Anwendung des Guajakholzes geheilt worden zu sein. Es ist ein ausgezeichneter und so sehr häufig durch Erfolge bekannt gewordener Baum, den man sowohl in jenen Ländern als in Europa und anderswo angewendet hat wegen jener furchtbaren Seuche, die man de las Buas oder in Italien Franzosen­krankheit, in Frankreich aber neapler Krankheit nennt. Auch in Spanien und anderen Ländern hat man sehr viele Heilungen an Menschen gesehen, die dieser Baum bewirkt hat, und zwar an solchen, die lange Zeit elend und zerfleischt daniederlagen an bösen Geschwüren und heftigsten Schmerzen ................Bei den Eingeborenen ist dieses Uebel nicht so heftig und bringt keine solche schlimmen Folgen mit sich wie bei den Spaniern und in kälteren Klimaten, sondern es wird durch Hülfe dieses Holzes mit leichter Mühe geheilt ..'... Ihr ganzer Verlauf zeigt, dass diese Seuche ansteckend ist.............am meisten durch den Beischlaf des Mannes mit der inficirten Frau und umgekehrt................ In diesen Ländern Indiens g iebt es wenige Christen, die mit den eingeborenen Weibern geschlechtlich verkehrten, ohne von der Seuche befallen zu werden. Denn ganz gewiss ist sie ein diesem Boden eigenes Uebel und bei den Indiern so häufig wie anderswo irgend eine andere gewöhnliche Krankheit.“ Und eine andere Stelle desselben Schriftstellers und Augen­zeugen der grossen Ereignisse aus dem Anfang des 16. Jahr­hunderts lautet: „Oft lachte ich in Italien, wenn ich die Italiener von der französischen Krankheit sprechen hörte und wenn die Franzosen sie die Krankheit von Neapel nannten; und in der That würden die einen wie die anderen den richtigen Namen treffen, wenn sie sagen würden, die indische Krankheit .... anknüpfend an das Land, dem das Uebel so einheimisch ist wie den indischen Weibern jener Gegenden“. Wenn 'Oviedo die Krankheit die indische nennt, so sei hier daran erinnert, dass man damals noch meinte, der neu entdeckte Erdtheil sei ein Stück des alten europäischen Indiens, und dass man deshalb im Gegensatz zu Ostindien ihn Westindien nannte, ein Name, der sich bis heute erhalten hat. Als dritter Augenzeuge aus der ersten Zeit der Syphilis in Europa reiht‘sich dem Arzte Diaz und dem Naturforscher Oviedo an der Priester Las Casas. Er zog 1502 nach der neuen Welt und verlebte dort als Missionar mehrere Jahrzehnte. Bekannt ist sein menschenfreundliches, aber ganz erfolgloses Bemühen, die armen Eingeborenen vor der Habsucht und den Grausamkeiten seiner Landsleute zu schützen. In seiner Historia general de las Indias schreibt er:

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