Szakcikk gyűjtemény

Prof. C. Binz: Die Einschleppung der Syphilis in Europa

11 „Man weiss mit Sicherheit, dass diese Hautkrankheit von der Insel Hispaniola herkam. Entweder brachten sie die ersten Indianer, die ich bald nachher in Sevilla gesehen habe, und die durch die Luft oder ander­weitig anstecken konnten, nachdem Christoph Columbus mit den Nach­richten von der Entdeckung Westindiens zurückgekehrt war, oder es waren irgend welche Spanier schon auf ihrer ersten Rückreise nach Castilien mit dem Uebel behaftet, und das konnte vom Jahre 1494 bis 1496 sein; denn um diese Zeit ging König Karl von Frankreich, den man den Dickkopf (el Cabezudo) nannte, mit einem grossen Heer nach Italien, um Neapel zu erobern, und es wurde jene Krankheit ansteckend in jenem Heer. Aus diesem Grunde glaubten die Italiener, dass sie von den Fran­zosen die Krankheit bekommen hätten, und nannten sie deshalb fortan die französische Krankheit. Ich gab mir mehrmals Mühe, die Indianer jener Insel zu fragen, ob diese Krankheit bei ihnen sehr alt sei, und sie antworteten ja, vor dem dass die Christen zu ihnen gekommen seien, ohne dass man von ihrem Ursprung eine Erinnerung habe. Daran darf niemand zweifeln......... Die Indianer, Männer wie Frauen, die sie hatten, wurden sehr wenig davon gequält, fast nicht mehr, als wenn sie die Blattern hätten; aber bei den Spaniern waren die Schmerzen gross und die Qual anhaltend.“ Auch bei uns glaubte man sehr bald an den spanischen Ur­sprung der Seuche, Der gelehrte Abt Trithemius in Sponheim erzählt in seiner Chronik, um 1496 sei die schreckliche Franzosen­krankheit, eine bisher unerhörte Calamität, vielfach von den Ge- schlechtstheilen entstehend, eingedrungen, einige Jahre nachher sei sie in ganz Europa verbreitet gewesen. Sie sei ausgegangen von Spanien, sei in dem neapolitanischen Feldzuge von den spanischen Soldaten nach Italien übertragen worden und habe von hier aus Deutschland ergriffen. So arg seien ihre Verwüstungen, dass sogar die Aussätzigen die Syphiliskranken nicht in ihren Hospitälern leiden wollten, da ihnen jenes Uebel fürchterlicher erscheine, als das eigene. Das schrieb Trithemius vor 1514, also höchstens 20 Jahre nach der Rückkehr des Columbus von der ersten Reise nach Amerika. Als Ursache der raschen Verbreitung des syphi­litischen Giftes in Deutschland von 1495 an werden von mehreren gleichzeitigen Schriftstellern die Landsknechte bezeichnet, die in beträchtlicher Zahl im Heere des französischen Königs gewesen sein sollen und die nach seinem Rückzuge des Dienstes entlassen nach Deutschland hinströmten. Gehen wir also aus von der Dreitheilung des venerischen Giftes, halten wir fest, dass die Alten uns nirgendwo sichere Nach­richt über unsere heutige Syphilis hinterlassen haben, betrachten wir, dass alle Beobachter vom Ende des 15. Jahrhunderts von einer durchaus neuen epidemischen und ansteckenden Krankheit reden, bringen wir dazu die Berichte der Zeitgenossen Diaz de Isla, Oviedo und Las Casas, so scheint es mir mit der grössten Wahr­scheinlichkeit dargetkan, dass die neuentdeckte Welt uns die Seuche gespendet hat. Es liegt darin ganz und gar nichts aussergewölmliches. Wissen wir doch und wird das ohne Widerspruch zugegeben, dass Amerika

Next

/
Thumbnails
Contents