Szakcikk gyűjtemény
Fritz Raab: Leonardo da Vinci als Naturforscher
4 verstand er es auch durch endgültige Lösung schwieriger physikalischer Aufgaben in der Geschichte der Wissenschaft sich ein unvergängliches Denkmal zu setzen. Wir wollen nun, mit Hülfe seines handschriftlichen Nachlasses, die wissenschaftliche Thätigkeit dieses vielseitigen Geistes verfolgen, und Leonardo, den wir bisher als.Künstler gefeiert, als Deuker verehren lernen. Wir wollen den Meister belauschen bei der Wage und beim Schmelzofen, wie er dem geheimnißvollen Walten der Naturkräste nachspürt, ihre Gesetze erforscht, und sie mit kundiger Hand seinem gewaltigen Willen dienstbar macht. Um aber das Bild seiner geistigen Entwickelung unserem Verständniß näher zu rücken, müssen wir, anknüpfend an seine bekanntesten Kunstschöpfungen, von den leider spärlich überlieferten Lebensschicksalen des merkwürdigen Mannes die wichtigsten uns kurz in's Gedächtniß zurückrufen. Leonardo's Geburt fällt in das Jahr 1452 und der Roman seines vielbewegten Lebens beginnt so zu sagen mit dem ersten Tage seines Daseins. Denn von den vier Frauen, die sein Vater, Ser Piero da Vinci. Notar der Signorie von Florenz, in rascher Aufeinanderfolge als Gattinnen heimführte, war keine Leonardo's Mutter. Doch fand der kleine Leonardo liebevolle Aufnahme in der Familie, und wuchs auf dem Schlosse Vinci, dem Besitz seines Vaters, umgeben von der prächtigen Natur des Arno-Thales, unter zahlreichen Geschwistern zum Knaben heran*). Hier erhielt er, der Sitte der Zeit gemäß, mit seinen Brüdern von einem humanistisch gebildeten Lehrer den ersten Unterricht. Kaum dem Knabenalter entwachsen, und eben mit den nothwendigsten Kenntnissen ausgerüstet, wurde er von seinem Vater dem Verocchio, einem angesehenen Künstler und beliebten Lehrer in Florenz, zur Ausbildung seiner früherwachten künstlerischen Anlagen übergeben. Unter der Schule des Verocchio dürfen wir uns kein modernes Maleratelier vorstellen. Aus der Werkstätte Verocchio's (842)