Litzmann, C. T. Carl dr.: Das Kindbettfieber in nosologischer, geschichtlicher und therapeutischer Beziehung (Halle, 1844)

Drittes Kapitel. Formen des Kindbettfiebers §. 31-80 - I. Normale Formen

66 baclitetc in zwei Fällen nur eine geringe ödematöse An­schwellung «1er unteren Körperhälfte, ln einem Falle, dessen Helm erwähnt, fand mehrtägige Bewusstlosigkeit mit zeitwei­ligen Delirien Statt, worauf 24stündige Agonie folgte. En­docarditis, als Klappenentzündung, zumal hei Herzkranken, sah Kiwisch zu wiederholten Malen in der Epidemie des Jahres 1839 zu Prag. „Sie gab sich,“ sagt er, „durch heftigen Gefässsturm, starkes objectives und subjectives Herzpochen, wobei das Herz bei der Untersuchung an eine Fläche von meh­ren Quadratzollen stark fühlbar anschlug, kund. Zugleich wa­ren die Herztöne bei der Auscultation mehr oder weniger dumpf, in einander übergehend, verschmelzend und durch ein schwächeres oder stärkeres Reibungsgeräusch unrein. Ander­weitige Symptome waren keine vorhanden. Der Verlauf der Krankheit war sehr stürmisch und die Kranken erlagen sämnit- lich sehr schnell.“ Im Allgemeinen ist jedoch die angegebene Verbreitung der Phlebitis über die Gränzen der Generationsorgane im Kind­bettfieber eine seltene Erscheinung. 52. Der fernere Verlauf der Metrophlebitis wird vornehmlich dadurch bestimmt, ob das Product derselben in die Circulation gelangt, oder nicht. In denjenigen Fällen, wo ein plastisches Exsudat die Venenwände mit einander verklebt, oder der gebildete Eiter durch Sequestration von der übrigen Blutmasse abgeschlossen ist, tritt bisweilen eine schnelle Genesung ein. Die Diagnose der Phlebitis bleibt dann freilich immer mehr oder minder zwei­felhaft , doch wird man sowohl durch den Mangel der den übrigen Formen des Kindbettficbers zukommenden Symptome, als die gleichzeitige Häufigkeit ausgesprochener Phlebitiden zu derselben berechtigt. Dass dabei eine Wiederherstellung des Gefässlumens durch Resorption des Exsudates und Aus­scheidung durch das eine oder das andere Secretionsorgan möglich ist, beweisen die nicht gauz seltenen Fälle von Me­trophlebitis, in denen der Tod durch die consecutiven Uebel, oder eine andere später hinzugetretene Krankheit erfolgte und wo bei der Section nur die Verdickung der Gefässwände, bald mit Erweiterung, bald mit Verengerung des Lumens den Sitz #

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