Litzmann, C. T. Carl dr.: Das Kindbettfieber in nosologischer, geschichtlicher und therapeutischer Beziehung (Halle, 1844)
Drittes Kapitel. Formen des Kindbettfiebers §. 31-80 - I. Normale Formen
64 schwachem Pulse; die Haut ist schlalt' und welk, das Gesicht blassgrau,. gelblich, oder mit einer dunklen Rothe auf den Wangen, die Augen liegen tief in ihren Hohlen, von schmutzig blauen Ringen umgében; es findet mehr Betäubung, als Kopfschmerz Statt; die Kranken sind niedergeschlagen, traurig, antworten kaum auf Fragen und verharren in einer mürrischen Apathie. Alle Mutterliebe ist erloschen und auch die Kinder verschmähen die welke Brust. Die Lochien sind gewöhnlich profus und oft sehr übelriechend. Die asthenisch - septische Form entwickelt sich nur selten und meist erst nach längerer Krankheitsdauer aus den vorigen Formen. Sie ist nicht nothwendig mit einem jauchigen Zerfall des Eiters in den Uterinvenen verbunden, so wenig wie dieser in jedem Falle eine allgemeine Sepsis nach sich zieht. §. 51. Die puerperale Phlebitis nimmt gewöhnlich von den Venen des Uterus und vorzugsweise an der Placentarstel- le, oder in den Seitentheilen desselben ihren Ausgang. Nur ausnahmsweise und in einzelnen selteneren Fällen beginnt sie mit Umgehung derselben in den Venen der breiten Mutterbänder oder der Ovarien. Hatte die Krankheit längere Zeit gedauert, so findet man bei der Section den Entziiudungsheerd oft scheinbar ausserhalb des Uterus, indem hier die Spuren des früheren Leidens, das sich im Leben kund gab, bereits erloschen sind und nur in den später befallenen Gefässabschnittcn noch bestehen. Von den Uterinvenen breitet sich die Entzündung häufig auf die Venen der breiten Mutterbänder und Ovarien, oder der Scheide aus. Dieses Weiterschreiten der Affection entzieht sich jedoch gewöhnlich der Diagnose, oder macht sich nur durch eine geringe örtliche Empfindlichkeit bemerkbar. In anderen Fällen, obwohl seltener als bei der sporadischen Metrophlebitis überschreitet die Entzündung die Gränzen der Gencrationsorgane und setzt sich durch die Vena hypogastrica in die Vena iliaca aufwärts und abwärts in die Vena cruralis und deren Verzweigungen fort, oder steigt durch die Vena spermatica und die Nierenvenen in die Vena cava, ja selbst bis in den rechten Herzsinus empor. Die Entzündung der Vena iliaca und cruralis stellt eine Form der sogenannten Phi eg-