Eisenmann dr.: Die Kindbettfieber (Erlangen, 1834)
Erste Abtheilung. Allgemeine Betrachtung über die Kindbettfieber
24 Factoten des Krankheits - Prozesses, wie sie auch die Factoren des normalen Vegatatione - Prozesses im Organismus sind, ln gewissen Fällen kann die Krankheit gleich auf der Schleimhaut keimen, versteht sich ader auch hier nur unter Vermittlung des Bluts und der Gefäfsnerven. Der pyröse Krankheitspro- zefs verläuft auf den verschiedenen Schleimhäuten des Organismus, und hat namentlich in den Papillen der Schleimhaut seinen Sitz. Er erzeugt hier eine etwas dunkle meist flammige Röthe und ein eigenes Schleimhaut-Exanthem, indem die Papillen zu Knötchen anschwellen, die bei einzelnen Species der Pyren das Ansehen eines Bläschens oder einer Pustel gewinnen, und von vielen Beobachtern für entzündete Schleimbälge gehalten werden. Neben dieser Exanthem-Bildung ist eine Neigung zu copiösen Ausschwitzungen auf der ergriffenen Schleimhaut zugegen. Dieses Exudsat gerinnt in zwei Theile ; der erstere Theil, welcher Flocken und falsche Membranen bildet, besteht aus EystofF, Faserstoff und Gallerte, der flüssige Theil besteht aus einer flüchtigen, oft sehr giftigen Säure, Chlor-Natrium, phosphorsaure Kalkerde, etwas EystofF und Wasser. Man hat dieses Exsudat oft irriger Weise plastische Lymphe, BildstofF genannt, es unterscheidet sich aber von Bild- oder Thierstoff, den man zuweilen bei reinen Entzündungen ausgeschwitzt antrifft, nicht blos durch seine chemische Differenzirung, sondern auch durch den gänzlichen Mangel selbstständiger Gefäfs- bildung. Der pyröse Prozefs verbreitet sich sehr häufig auf die benachbarten serösen Hüllen, und ver-